Wiener Werber bekräftigen Ruf nach neuem KV, starten Ausarbeitung

Wien (APA) - Die Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation der Wirtschaftskammer Wien beginnt einen „zeitgemäßen KV neu“ auszuarbeiten. Und ...

Wien (APA) - Die Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation der Wirtschaftskammer Wien beginnt einen „zeitgemäßen KV neu“ auszuarbeiten. Und zwar einseitig, arbeitgeberseitig - weil die Gewerkschaft sich verweigert. Es geht den Arbeitgebern um eine „grundsätzliche Neuerung“, wie sie am Dienstagnachmittag bekräftigten. Die KV-Verhandlungen stockten zuletzt. Einstweilen läuft der bestehende KV weiter.

Der Kollektivvertrag (KV) Werbung und Marktkommunikation gilt nur in Wien - für 14.000 Mitarbeiter. Es gibt ihn seit 40 Jahren. Der Fachgruppenobmann Stephan Götz kritisierte die Gewerkschaft in einer Aussendung, weil sie das Gespräch über den arbeitgeberseitig gewünschten neuen KV verweigert habe. Die Kommunikationsbranche habe einen „Kollektivvertrag so alt wie kaum eine andere“, so Götz. Sie verändere sich aber so schnell wie kaum eine andere. So entstehe ein Druck auf die Werbefirmen und die „Überalterung des KV ist dabei Teil des Problems“.

Ein Team der Arbeitgeber werde nun einen „KV neu“ ausarbeiten, kündigte Götz an. Ein erstes Arbeitstreffen gibt es Ende Jänner, dann wird die Ausarbeitung einige Monate dauern, hieß es auf APA-Anfrage. Ein Gewerkschaftsvertreter war vorerst nicht erreichbar. Die Arbeitnehmervertreter verstärkten zuletzt den Druck: Sie starteten nach einem „zweimaligen Null-Angebot“ vorige Woche erste Aktionen in den Betrieben.

Auch die GPA-djp fordert „einen modernen und zeitgemäßen Kollektivvertrag, der diese Bezeichnung verdient, für die ganze Branche“. Die Arbeitgeber luden die Gewerkschafter nun heute zur Mitarbeit beim KV-neu ein. Zwar wollen also beide Seiten einen neuen KV - aber ob sie sich rasch zusammenraufen, scheint unwahrscheinlich. Die Fronten muten derzeit sehr verhärtet an.