Verhärtete Fronten zwischen Arbeitgebern und -nehmern in Werbebranche

Wien (APA) - Einen Kollektivvertrag (KV) ür die Werbebranche - konkret Werbung und Marktkommunikation - gibt es nur in Wien. Dort stocken de...

Wien (APA) - Einen Kollektivvertrag (KV) ür die Werbebranche - konkret Werbung und Marktkommunikation - gibt es nur in Wien. Dort stocken derzeit die KV-Verhandlungen. Beide Vertragsseiten, also Arbeitgebervertreter der Wirtschaftskammer und Arbeitnehmervertreter der Gewerkschaft, wollen einen neuen Kollektivvertrag. Doch dass sie sich zusammenraufen, erscheint derzeit unwahrscheinlich.

Die Arbeitgeber verkündeten am Dienstag, ab Ende Jänner einen neuen zeitgemäßen KV auszuarbeiten. Einstweilen läuft der bestehende KV weiter. „Die Fachgruppe Wien ist die einzige aller neun Bundesländer, die immer mit der Gewerkschaft zum Kollektivvertrag gestanden ist. Doch es macht nur Sinn, dieses Modell auf ganz Österreich auszurollen, wenn es auch zeitgemäß ist“, so Fachgruppen-Obmann Stephan Götz in einer Aussendung. Man lade die Gewerkschaft also herzlich ein, im Team „KV neu“ mitzuarbeiten - für einen modernen KV, den man für ganz Österreich übernehmen könne.

Diesen Ball nahm die Gewerkschaft GPA-djp umgehend auf: „Die GPA-djp ist erfreut, dass die Wirtschaftskammer unseren Vorschlag zur Entwicklung eines zeitgemäßen Kollektivvertrages für die Angestellten in der Werbebranche aufgreift“, erklärte die Wirtschaftsbereichssekretärin Judith Reitstätter in einer Aussendung. „Wir laden daher die Fachgruppenvertreter aller Länderkammern dazu ein, an der Neugestaltung eines modernen Kollektivvertrages für die gesamte Branche mitzuwirken.“

Die Gewerkschafterin interpretierte auch, „dass die Vertreter der Fachgruppe Werbung in der Wirtschaftskammer erkannt haben, dass ein einheitlicher Kollektivvertrag ein wichtiges Instrument ist, faire Wettbewerbsbedingungen herzustellen und Mindeststandards für ganz Österreich festzuschreiben“.

Ein Arbeitgebervertreter sagte auf APA-Anfrage, dass man in Wien nicht die Kollektivverträge für die Bundesländer verhandeln könne und würde. Bei der Umsetzung eines neuen KVs in Wien könnte dieser in den Bundesländern eher Lust zur Umsetzung machen.

Die Gewerkschaft forderte auch für 2017 weiterhin eine Gehaltserhöhung. Der Arbeitgebervertreter hatte auf Anfrage kritisiert, dass es in der Vergangenheit für Gehaltserhöhungen von der Gewerkschaft Zusicherungen gegeben habe, einen neuen KV auszuhandeln. „Das ist dann aber nie geschehen“, so die Kritik des Arbeitnehmervertreters.