Deutschland

Mutter soll Tochter als Prostituierte angeboten haben

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© TT / Thomas Böhm

Sie soll ihre eigene Teenager-Tochter zur Prostitution gezwungen haben. Außerdem ließ sie der Anklage zufolge ihre beiden Töchter von ihrem Lebensgefährten missbrauchen. Eine Mutter vor Gericht.

Hildesheim – Die Vorwürfe sind ungeheuerlich: EineMuttersoll ihre 16-jährige Tochter im Internet als Prostituierte angeboten haben.Nun steht die Frau wegen Zuhälterei und sexuellen Missbrauchs von Kindernvor Gericht. Die Taten ereigneten sich dem LandgerichtHildesheim zufolge zwischen 2012 und Juli 2013.

Die Anklage wirft der 37-Jährigen vor, sie habe auf diversen Online-Portalen falsche Altersangaben zu ihrer Tochter gemacht, Termine organisiert, Preise ausgehandelt und das Geld für den käuflichen Sex selbst eingesteckt. Dem Mädchen soll die Mutter mit Rauswurf gedroht haben, falls es sich weigere, ihren Körper an die Freier zu verkaufen.

Lebensgefährte soll Töchter missbraucht haben

Mitangeklagt istder40 Jahre alteLebensgefährte der Frau. Er soll nach Angaben eines Gerichtssprechersmit der damals 16-Jährigen Sex gehabt haben, als diese sich nicht wehren konnte. Außerdemwird ihm zur Last gelegt, die damals elfjährige jüngere Tochter der Angeklagtenzwei Mal sexuell missbraucht zu haben. Die Mutter warnach Überzeugung der Staatsanwaltschaftdabei und förderte den Missbrauch sogar.

Nach den persönlichen Angaben der Angeklagten wurde die Öffentlichkeit von dem Verfahren ausgeschlossen. Erstzur Urteilsverkündungsind wieder Zuschauer zugelassen.

Die heute 20 und 16 Jahre alten Töchter treten als Nebenklägerinnen auf. Ihre Rechtsanwältin Andrea Wegert kritisierte am Mittwoch zu Prozessbeginn, dass das Verfahren erst jetzt startet, obwohl bereits im Sommer 2013 eines der Mädchen bei der Polizei ausgesagt habe. Die Justiz sei überlastet, sagte Wegert. „Es ist unzumutbar und unerträglich für die Opfer, so lange warten zu müssen.“ (dpa)