Kulturpolitik

Imster Künstler verlieren ihre Heimstatt

© Paschinger

Das Imster Atelier am Sonnberg wird abgerissen. Der Stadtrat ging auf ein zu spätes und zu geringes Angebot der Künstlerschaft nicht ein. Es entsteht ein Siedlungsgebiet.

Von Alexander Paschinger

Imst –Die Ära des Atelier Sonnberg dürfte vorbei sein: Der Imster Stadtrat bestätigte am Dienstag den Beschluss des Gemeinderates, dass der Gebäudekomplex der alten Sonnbergschule abgerissen und als Siedlungsgebiet „jungen Familien“ angeboten wird, wie Bürgermeister Stefan Weirather der TT gegenüber bestätigt. Der Künstlerverein Asakuk habe seinerseits die Frist für das Angebot der Stadt zum Ankauf über einen Monat verstreichen lassen und erst in der Vorwoche ein zu geringes Gegenangebot vorgelegt, so Weirather.

In der Künstlerschaft ist man enttäuscht und „traurig, weil sich herausgestellt hat, dass die Stadt nicht wirklich an einem Ankauf unsererseits interessiert war“, meint hingegen Michael Stadlwieser, der Obmann des Vereins. Im Oktober habe man das Stadtangebot erhalten: 220.000 Euro für den Grund, 118.000 Euro für das Altgebäude und 300.000 Euro Bankgarantie für eine Sanierung. „Das war unrealistisch“, so Stadlwieser. „Wir erhielten aber nie die Möglichkeit für ein persönliches Gespräch für eine Fristverlängerung oder zur Vorstellung unserer Ideen“, so der Obmann. In der Vorwoche habe man 220.000 Euro über einen privaten Sponsor für den Grund zusammengehabt. „Die Sanierung hätten wir auf 150.000 Euro drücken können und wenn wir für das Altgebäude nichts zahlen hätten müssen, dann hätten wir die 400.000 Euro vielleicht stemmen können.“

Weirather hingegen betont, dass erst am 3. Jänner ein Konzept im Stadtamt einlangte, das in der Stadtratssitzung am Dienstag behandelt wurde. Und das Angebot für den Grundkauf wurde von Stellvertreter Simon Hafele statt vom Obmann vorgelegt.

Das Haus beherbergt seit über 15 Jahren Kunstschaffende aus Imst und dem Oberland. „Derzeit sind es mit den drei Bands 28 Personen“, so Stadlwieser. Das Gebäude wurde als Prekarium (unentgeltliche Bittleihe) zur Verfügung gestellt, seit drei Jahren wird das Heizöl aus der Gemeinschaftskasse gezahlt, erklärt der Obmann.

„Ursprünglich war das Atelier Sonnberg als Starthilfe für Imster Künstler gedacht“, hält Weirather dagegen. Für ihn stelle sich schon die Frage, welche Kunstarten hier stattfinden oder woher die Künstler auch kommen.

Von denen, glaubt Stadlwieser, werde „so mancher Imst den Rücken zukehren“. Auch zweifelt er an der Zukunft der Kulturstadt. Das will Weirather nicht auf sich sitzen lassen: „Imst investiert jährlich eine Million Euro in den Bereich Kunst und Kultur.“

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