Trump-Inauguration - Mike Pence: Vizepräsident mit Schlüsselrolle

Washington (APA/dpa) - Mike Pence könnte für die USA einer ihrer mächtigsten Vizepräsidenten werden. Nach außen stets verbindlich, spielt er...

Washington (APA/dpa) - Mike Pence könnte für die USA einer ihrer mächtigsten Vizepräsidenten werden. Nach außen stets verbindlich, spielt er für Trump eine extrem wichtige Rolle - fast wie eine kommende Nummer eins. Er half so entscheidend wie geräuschlos bei der Kabinettsauswahl, hielt die nach einem extremen Wahlkampf zerfaserten Republikaner zusammen - und er steht für knallharten Konservatismus.

Pence‘ möglicher Einfluss wird bereits mit dem Dick Cheneys auf George W. Bush verglichen, so grundverschieden die beiden Männer als Personen auch sind. Das Portal Politico zitiert aus dem Übergangsteam des künftigen Präsidenten: „Pence ist die ruhige Stimme, die Gelassenheit. Er hilft Trump, gut auszusehen.“

Pence hat sehr viel, was Trump nicht hat, vor allem hat er politische Erfahrung. Von 2001 bis 2013 saß er im Repräsentantenhaus, 2013 wurde er Gouverneur von Indiana.

In die Partei und zu ihren Oberen ist Pence ebenso gut verdrahtet wie in den Kongress. Das kann für das Weiße Hauses im Prozess der Gesetzgebung hilfreich sein. Pence war nicht der Traumkandidat Trumps. Die Einheit der Republikaner spielte bei der Entscheidung für den Gouverneur eine große Rolle. Im Wahlkampf ließen Trump und Pence oft verschiedene Ansichten erkennen.

Pence ist seit 30 Jahren verheiratet, wirkt volksnah und präsentiert sich gern als Stimme der kleinen Leute. Der Mann mit dem stets akkurat getrimmten Silberhaar ist ein Republikaner, wie er im Lehrbuch steht. Bei aller Freundlichkeit und Verbindlichkeit ist er aber ein knallharter Sozialkonservativer.

Der 57-Jährige sagt über sich selbst, er sei „Christ, Konservativer und Republikaner - und das in dieser Reihenfolge“. Daraus leitet sich für ihn fast alles ab. Er ist erbitterter Abtreibungsgegner und Brücke zur wichtigen Gruppe evangelikaler Christen. Pence agierte oft als Hardliner, vor allem wenn es um Homosexualität geht. Auch stellte er wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel infrage.