Haftstrafe und Sozialstunden nach Ohrfeige an Ex-Premier Valls
Harte Strafe für einen jungen Mann aus der Bretagne: Weil er den Präsidentschaftsanwärter Manuel Valls ins Gesicht geschlagen hat, wurde er zu einer Bewährungsstrafe und Sozialstunden verdonnert.
Rennes – Für eine Ohrfeige gegen den französischen Ex-Premier und Präsidentschaftsanwärter Manuel Valls ist ein junger Mann zu einer dreimonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Der 18-Jährige muss außerdem 105 Sozialstunden ableisten und Valls einen symbolischen Euro Schadenersatz zahlen, wie die zuständige Staatsanwaltschaft am Mittwochabend mitteilte. Er akzeptierte den Strafbefehl.
Der 18-Jährige hatte Valls am Dienstag bei einem Besuch in der bretonischen Gemeinde Lamballe mit der Hand ins Gesicht geschlagen. Er rief dabei: „Hier sind wir in der Bretagne.“
Der Angreifer vertritt nach Angaben der Staatsanwaltschaft „regionalistische Ideen“ – in der Bretagne gibt es eine tief verwurzelte Unabhängigkeitsbewegung – und wirft Valls vor, „der Bretagne und den Bretonen“ zu schaden. Er verwies im Verhör unter anderem auf die umstrittene Arbeitsmarktreform, die Valls im vergangenen Jahr gegen erhebliche Widerstände von Gewerkschaften durchgedrückt hatte.
Die Anwältin des jungen Mannes sprach von einer „unverhältnismäßigen Strafe“ für ihren Mandaten, die auf das gewaltige Medienecho zurückzuführen sei, das der Vorfall ausgelöst hatte. Angaben von Valls und seinem Umfeld, wonach ihr Mandant Rechtsextremen nahestehe, wies sie zurück.
Die Ohrfeige wenige Tage vor der ersten Runde der Präsidentschaftsvorwahl der Sozialisten am Sonntag hatte für großes Aufsehen gesorgt – zumal Valls erst vor einem Monat bei einem Wahlkampfauftritt mit Mehl beworfen worden war. Der im Dezember als Premier zurückgetretene Valls gilt als Favorit der ersten Wahlrunde. Allerdings sagen Umfragen voraus, dass der Vertreter des rechten Parteiflügels bei der Stichwahl eine Woche später einem Kandidaten des linken Sozialistenflügels unterliegen könnte. (APA/AFP)