Fast so viele Strafanzeigen wie Einwohner im Bezirk
Die Verkehrsstatistik 2016 der BH Landeck zeigt: Auf 44.186 Einwohner entfallen 43.103 Anzeigen. 199 Lenker waren ihren Führerschein los.
Von Helmut Wenzel
Landeck –Auf den Straßen im Bezirk Landeck kommt – zumindest statistisch gesehen – niemand ungeschoren davon: Im Vorjahr wurden fast genau so viele Verkehrsstrafen (44.186) ausgestellt, wie es Einwohner gibt. In Summe landeten 43.103 Anzeigen auf den Schreibtischen in der Innstraße. Dort macht das Team der Verkehrsabteilung der BH Landeck seinen Job. Bei 249 Arbeitstagen im Vorjahr waren es 166,4 Anzeigen täglich.
„Der Löwenanteil von 27.500 Anzeigen entfällt auf Geschwindigkeitsübertretungen, die uns von Radarmessgeräten elektronisch übermittelt worden sind“, weiß Referatsleiter Siegmund Geiger. In den Postkästen der Verkehrssünder landeten laut Geiger rund 36.800 Anonymverfügungen. Unabhängig davon musste die Behörde 9850 „ordentliche Strafverfahren“ entweder mit Sachverständigengutachten oder durch Beschuldigten- und Zeugeneinvernahmen abarbeiten.
Wer es mit einem Einspruch bzw. mit einer Beschwerde gegen den Strafbescheid versucht hat, blitzte in den meisten Fällen ab. Das Landesverwaltungsgericht (LVwG) etwa hat voriges Jahr 41 Erkenntnisse getroffen. In 38 Fällen ist die Entscheidung der BH Landeck bestätigt worden. Nur drei erstinstanzliche Entscheidungen haben die Richter am LVwG aufgehoben.
Rückläufig ist auch die Summe der Strafgelder: 2,89 Mio. Euro landeten 2016 in den Kassen der Strafbehörde, ein Jahr zuvor waren es noch 3,14 Mio. Euro. Das Geld aus Übertretungen der Straßenverkehrsordnung (2,13 Mio. Euro) floss in die Kassen der Straßenerhalter Land, Asfinag und Gemeinden. Wer eine Strafe nach dem Kraftfahrgesetz ausfasst, „sponsert“ die Sozialhilfe des Landes Tirol. Im Vorjahr kamen 353.000 Euro aus dem Bezirk Landeck.
Die Kontrollen zum Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L) zeigen, dass die Autofahrer im Abschnitt Zams-Schönwies der A 12 relativ diszipliniert unterwegs sind und sich an Tempo 100 halten: Die Summe der Strafgelder lag bei 171.000 Euro, ein Jahr zuvor waren es noch 215.000 Euro.
Leicht gesunken ist schließlich die Zahl jener Verkehrsteilnehmer, denen die Polizei den Führerschein abknöpfen musste: 2016 gaben 199 Lenker den rosa Schein ab, drei weniger als ein Jahr zuvor. 122 Scheine entzog die Polizei wegen Alkoholdelikten. Dazu kamen 58 Raser, die 40 km/h (Ortsgebiet) bzw. 50 km/h (Freiland) schneller als erlaubt unterwegs waren.