Angestrebter Brexit stärkt Finanzplätze in Frankfurt und Paris

London/New York (APA/AFP) - Der angestrebte Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union stärkt die Finanzplätze Frankfurt am Main un...

London/New York (APA/AFP) - Der angestrebte Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union stärkt die Finanzplätze Frankfurt am Main und Paris. Die US-Investmentbank Goldman Sachs erwäge, bis zu 1.000 Beschäftigte aus London nach Frankfurt zu verlegen, berichtete das „Handelsblatt“ am Donnerstag unter Berufung auf Finanzkreise.

Dort solle auch eine europäische Aktiengesellschaft entstehen, um das europäische Geschäft zu vereinen. Dafür sei die Nähe zur Bankenaufsicht ausschlaggebend.

Dem Bericht zufolge soll sich die Zahl der Mitarbeiter von Goldman Sachs in London auf etwa 3.000 halbieren. Ein Teil der bisher dort angesiedelten Stellen solle nach Polen, Frankreich oder Spanien verlegt werden. Einige Mitarbeiter sollen demnach auch in die New Yorker Zentrale zurückgeholt werden.

Zuvor hatte bereits die Großbank HSBC angekündigt, rund 1000 Arbeitsplätze aus London nach Paris zu verlegen. Der Chef des Finanzplatzes Paris, Arnaud de Bresson, bezeichnete dies am Donnerstag als „eine gute Nachricht“. Die Ankündigung sei ein „sehr positives Signal“. Auch die Schweizer Großbank UBS hatte angekündigt, einen Teilabzug aus London prüfen.

Die Finanzplätze Frankfurt am Main und Paris werben seit der Entscheidung der Briten für einen EU-Austritt massiv um die Gunst von Großbanken und anderen Finanzinstituten. Die britische Premierministerin Theresa May hatte am Dienstag angekündigt, ihr Land werde die EU mit einem „klaren und sauberen“ Schnitt verlassen. Dabei werde Großbritannien auch dem gemeinsamen Binnenmarkt den Rücken kehren.

~ ISIN US38141G1040 WEB http://www.goldmansachs.com/ ~ APA247 2017-01-19/12:04