Land Steiermark will Mikro-ÖV ausbauen und fördern

Graz (APA) - Das Land Steiermark will den Mikro-Öffentlichen Verkehr (Mikro-ÖV) ausbauen. Pro Jahr sollen dafür 1,5 Millionen Euro zu Verfüg...

Graz (APA) - Das Land Steiermark will den Mikro-Öffentlichen Verkehr (Mikro-ÖV) ausbauen. Pro Jahr sollen dafür 1,5 Millionen Euro zu Verfügung stehen. Träger der Projekte werden die Gemeinden sein, die auch um den Bedarf am besten Bescheid wüssten, so LHStv. Michael Schickhofer und Verkehrslandesrat Anton Lang (SPÖ) am Donnerstag in Graz. Der Mikro-ÖV solle keine Konkurrenz zu den Öffis sein.

Lang sagte, es dürfe keine Gemeinde geben, die vom ÖV komplett ausgeschlossen, der Mikro-ÖV sei der letzte logische Mosaikstein im Ausbau. Dieser erfolge von den Gemeinden zu den Knotenpunkten. „Er ersetzt weder den ÖV noch ist er eine Konkurrenz zu etwa Taxis. Wichtig ist eine genaue Bedarfserhebung, was die Gemeinden brauchen“, so der Verkehrslandesrat. Im obersteirischen Trofaiach etwa gebe es ein gutes Beispiel mit dem „gMeinBus“, der seit August 2013 verkehre und rund 22.000 Fahrgäste pro Jahr habe, bei 11.200 Einwohnern. Derzeit existieren 46 lokale Projekte.

Das Land fördert bei der Einrichtung eines kommunalen Mikro-ÖV die Gemeinde als Träger in einer Probephase für zwei Jahre. Möglich ist auch eine Förderung des Dauerbetriebs für mindestens fünf Jahre mit Möglichkeit der Verlängerung. In der Probephase werden 30 Prozent der Kosten gefördert, bei einer Obergrenze von 30.000 Euro. Im Dauerbetrieb ist eine Förderung von 20 Prozent der Kosten bei 20.000 Euro Obergrenze möglich. Einreichungen sind ab 1. Februar möglich, die Unterlagen sind online unter www.verkehr.steiermark.at verfügbar.

Bernhard Breid von der Verkehrsabteilung des Landes Steiermark sagte, in den vergangenen zehn Jahre habe sich der Ausbau des ÖV vor allem auf S-Bahn und Regionalbusse konzentriert. „Der Mikro-ÖV zielt auf ländliche Regionen ab. Es gibt da keine großen Fahrgastzahlen, aber für wenige Personen, die mit großen Herausforderung in Bezug auf Verkehr zu kämpfen haben, bietet es Lösungen an“, sagte Breid.

Ziel ist laut Breid ein „Ein-Stunden-Takt, flexibel, in bestimmten Zeitfenstern und mit vorheriger Bedarfsanmeldung. Es ist eine Zubringer- und Ergänzungsfunktion zum ÖV. Zielgruppe sind vor allem Ältere, die nicht mehr mobil sind, die zum Arzt oder zum Einkaufen müssen“. Auch Jugendliche oder Pendler gehören zur Zielgruppe. Der Betrieb laufe erfahrungsgemäß hauptsächlich Montag bis Freitag.

Gerechnet wird damit, dass rund ein Drittel der Gemeinden - 287 inklusive Graz gibt es in der Steiermark - ein Projekt schon hat oder in den ersten zwei Jahren beginnt. Damit hätten zwischen 90 und 100 Kommunen eine Mikro-ÖV-Einrichtung.

Schickhofer sagte, er habe bei den Regionalbesuchen immer wieder gemerkt, dass die Menschen als erstes Anliegen Arbeit genannt hatten. Gleich danach sei der Verkehr gekommen. Breid erklärte auf Anfrage, es seien auch Erfahrungen aus anderen Bundesländern eingeflossen: Das Burgenland habe gute Erfahrungen. Zu Ländern mit relativ gut ausgebautem Mikro-ÖV zählen auch Nieder- und Oberösterreich.