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Fleisch, Käse und Red Bull beflügeln Agrarexporte

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Trotz Russland-Sanktionen stiegen 2016 Österreichs Lebensmittelexporte.

Von Stefan Eckerieder aus Berlin

Berlin –Obwohl der wichtige Markt Russland für die heimischen Agrar-Exporteure seit August 2015 geschlossen ist, legte der Wert der Ausfuhren in den vergangenen beiden Jahren kontinuierlich zu.

Im Jahr 2016 haben österreichische Lebensmittelproduzenten Waren im Wert von rund 10,4 Mrd. Euro exportiert. Das ist ein Anstieg von 3,2 Prozent im Vergleich zu 2015, zeigt eine Hochrechnung der AgrarMarkt Austria (AMA) anlässlich der Eröffnung der Grünen Woche in Berlin. Die Wertsteigerung ist durch gestiegene Preise zu erklären, denn die Exportmenge in Kilogramm sank um 2,1 Prozent.

Wertsteigerungen seien vor allem bei weiterverarbeiteten Produkten wie etwa Käse erzielt worden, erklärte AMA-Geschäftsführer Michael Blass.

Mit der Strategie, die nachvollziehbare Herkunft der Produkte sowie die hohe Qualität bei der Vermarktung in den Vordergrund zu rücken, habe man es auch geschafft, den Ausfall der Milch- und Fleischexporte nach Russland auszugleichen, meint Blass. Vor den Sanktionen nahm Russland noch Platz acht der wichtigsten Exportpartner Österreichs ein, aktuell nur noch Rang 15.

Wichtigster Handelspartner für die heimische Lebensmittelwirtschaft ist weiterhin Deutschland. Mit rund 3,6 Mrd. Euro (+3,1 Prozent) nimmt der nördliche Nachbar mehr als ein Drittel der heimischen Agrarausfuhren ab. An zweiter Stelle kommt Italien mit 1,2 Mrd. Euro (-3 Prozent) vor den USA mit 770 Mio. Euro (+23 Prozent).

Nimmt man jedoch den Energydrink Red Bull aus der Statistik heraus, scheinen die USA nicht mehr unter den Top-zehn-Exportdestinationen auf. Red Bull alleine trägt 90 Prozent zur Lebensmittelexportbilanz Österreichs in die USA bei.

Insgesamt 17 Prozent der heimischen Lebensmittelexporte entfallen auf den Bereich alkoholfreie Getränke, ein Großteil davon dürfte auf den Energy Drink fallen. Fleisch- und Milchprodukte steuern zusammen ein Viertel zur Exportbilanz bei.

AMA-Aufsichtsratschef Hautzinger bekräftigte den Wunsch seitens der Landwirtschaft nach einem Ende der EU-Sanktionen gegen Russland. Der Agrarbereich sei ein „strategisches Opfer“ der Vorgänge, beklagte der AMA-Präsident.

Die Grüne Woche ist eine der größten Verbrauchermessen der Welt. Österreich präsentiert sich in Berlin mit 39 Ausstellern.