Deutsche Gewerkschaft kritisiert Ausbildungsbedingungen im Handel
Berlin (APA/dpa) - Die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Ausbildungsbedingungen in Teilen des Einzelhandels kritisiert. Vie...
Berlin (APA/dpa) - Die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Ausbildungsbedingungen in Teilen des Einzelhandels kritisiert. Vielfach würden die Erwartungen an eine qualitativ hochwertige Berufsausbildung nicht erfüllt, klagte Verdi unter Berufung auf den Ausbildungsreport Handel 2015/2016, für den insgesamt 6.500 Auszubildende befragt wurden.
Danach gehören gesetzliche Verstöße bei vielen Auszubildenden im Handel zum Alltag. Überstunden, ausbildungsfremde Tätigkeiten, Leistungs- und Zeitdruck seien häufige Probleme.
„Diese und andere Ergebnisse sprechen dafür, dass viele Auszubildende als billige reguläre Vollzeitarbeitskräfte eingesetzt werden, statt eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu erhalten“, urteilte die Verdi-Jugendsekretärin im Handel, Franziska Foullong. Es sei kein Wunder, dass über 30 Prozent der Befragten mit der Ausbildung nicht zufrieden seien und fast 18 Prozent nicht weiter im erlernten Beruf tätig sein wollten. „Die Arbeitgeber müssen dringend umdenken, wenn sie die Branche für Nachwuchs attraktiv gestalten wollen“, sagte Foullong. Die Zahl der Auszubildenden im deutschen Einzelhandel beträgt rund 160.000.