Wirtschaftsforscher fordern effektivere Sparmaßnahmen für Kärnten

Klagenfurt (APA) - Die Ökonomen des Kärntner Instituts für Höhere Studien (KIHS) erwarten für 2017 und 2018 ein leichtes Wachstum des Brutto...

Klagenfurt (APA) - Die Ökonomen des Kärntner Instituts für Höhere Studien (KIHS) erwarten für 2017 und 2018 ein leichtes Wachstum des Bruttoregionalprodukts. Kärnten werde aber hinter der Entwicklung Gesamtösterreichs weiter zurückbleiben, hieß es am Donnerstag vor Journalisten. Die Wirtschaftsexperten fordern von der Landesregierung effektivere Sparmaßnahmen, eine Neuverschuldung dürfe es nicht mehr geben.

Die Experten des KIHS gehen davon aus, dass Kärnten in Sachen Konjunktur auch heuer und nächstes Jahr leicht hinter der Bundesentwicklung zurückbleiben wird. Für 2017 werden 1,2 Prozent, für 2018 dann 1,4 Prozent Wachstum erwartet (Österreich gesamt: 1,4 bzw. 1,5 Prozent). Am Arbeitsmarkt wird mit keiner allzu großen Dynamik gerechnet. Die Beschäftigung werde weiter wachsen, erklärte Klaus Weyerstraß, die Arbeitslosigkeit könnte leicht zurückgehen, auch weil es viele Immigranten nach Wien ziehe. Kärnten bleibe aber nach der Bundeshauptstadt mit 11 Prozent Arbeitslosigkeit bzw. knapp darunter Spitzenreiter.

Ein Dämpfer für die Kärntner Exporte sei die schwache wirtschaftliche Entwicklung des Handelspartners Italien. Nur etwa ein Prozent Wachstum werde hier prognostiziert, erklärte Weyerstraß. Für Slowenien erwartet der Experte eine bessere Konjunktur von rund 2,5 Prozent. Die industrielle Produktion in Kärnten ziehe derzeit an, während die Entwicklung am Bau schwächer als im Bundesschnitt ausfalle. Weyerstraß: „In der Bauwirtschaft tut sich nicht viel.“

Von der Landesregierung fordert KIHS-Geschäftsführer Norbert Wohlgemuth einen „verschärften Spar- und Konsolidierungskurs“. Die bisherigen Sparbemühungen - für heuer ist eine Neuverschuldung von 104 Mio. Euro geplant - seien für die Herausforderungen der kommenden Jahre nicht ausreichend. Kärnten dürfe überhaupt keine neuen Schulden mehr machen. Nach dem Freikauf von den Heta-Risiken liege die Pro-Kopf-Verschuldung bei rund 7.000 Euro - mit Abstand die höchste unter den Bundesländern. Wohlgemuth stellt etwa die vier Standorte der Fachhochschule - für 2.000 Studierende - infrage. Gespart werden müsse aber letztlich vor allem in den Bereichen Gesundheit und Soziales, weil dies die größten Brocken im Budget seien.