Luftangriff auf Flüchtlingslager in Nigeria - Ärzte schildern Chaos
Johannesburg (APA/dpa) - Ein Augenzeuge des irrtümlichen Luftangriffs auf ein Flüchtlingslager in Nigeria mit mindestens 76 Toten hat von dr...
Johannesburg (APA/dpa) - Ein Augenzeuge des irrtümlichen Luftangriffs auf ein Flüchtlingslager in Nigeria mit mindestens 76 Toten hat von dramatischen Szenen berichtet. Die vielen Verletzten und Toten hätten die wenigen Helfer vor Ort völlig überfordert, schilderte Alfred Davies, ein Teamleiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF), am Donnerstag. Die zwei Bomben hätten mehrere Kinder in Stücke gerissen.
„Es gibt keine Worte, dieses Chaos zu beschreiben“, erklärte Davies. Am schlimmsten sei es für die überforderten Helfer gewesen, so vielen Menschen aus Mangel an Personal und Ausrüstung nicht mehr helfen zu können. „Ein Dutzend Menschen starben vor unseren Augen ohne dringend benötigte Hilfe zu bekommen.“ Innerhalb einer Stunde habe MSF 52 Leichen gezählt.
Das Rote Kreuz ging am Mittwoch von 76 Toten und mehr als 100 Verletzten aus. Die Behörden haben bisher keine Opferzahl des Bombardements vom Dienstag in Rann im nordöstlichen Bundesstaat Borno angegeben. Nach UNO-Angaben wurden 60 Verletzte, die meisten davon Kinder, inzwischen nach Maiduguri ausgeflogen. Der Luftangriff hätte dem Militär zufolge der Terrororganisation Boko Haram gelten sollen.