Bruder und Sohn von Guatemalas Präsident festgenommen
Guatemala-Stadt (APA/AFP) - Ein Jahr nach seiner Kriegserklärung an die Korruption im eigenen Land sieht der Präsident von Guatemala seine e...
Guatemala-Stadt (APA/AFP) - Ein Jahr nach seiner Kriegserklärung an die Korruption im eigenen Land sieht der Präsident von Guatemala seine eigene Familie mit Betrugsvorwürfen konfrontiert. Ein Bruder und ein Sohn von Präsident Jimmy Morales wurden am Mittwoch wegen des Verdachts der Korruption festgenommen, wie die Behörden mitteilten.
Gegen den Präsidentenbruder Sammy Morales werde wegen eines Vertrags über Essenslieferungen in Höhe von 12.000 Dollar (11.000 Euro) ermittelt, sagte Generalstaatsanwältin Thelma Aldana dem TV-Sender Guatevision. Kurz darauf stellte sich Jose Morales, eines von vier Kindern des Präsidenten, den Behörden, nachdem Haftbefehl erlassen wurde.
In dem umstrittenen Vertrag geht es um die Lieferung von rund 560 Frühstücken, die mit öffentlichen Geldern bezahlt wurden. Ein ehemaliger Behördenleiter wurde im September festgenommen, eine weitere Person aus dem Umfeld des Lebensmittellieferanten am Mittwoch verhaftet.
Der Staatsanwältin zufolge stehen der Sohn und der Bruder des Präsidenten im Verdacht, Rechnungen gefälscht zu haben. Es gebe aber keinen Hinweis auf Selbstbereicherung. Ihnen würden Betrug und Geldwäsche vorgeworfen.
Präsident Morales erklärte im Kurzbotschaftendienst Twitter, in der Angelegenheit werde sich das Gesetz durchsetzen. Vor Journalisten sicherte er seinen Angehörigen aber auch seine „totale Unterstützung“ zu.
Der frühere Komiker und TV-Star hatte im Jänner 2016 das Präsidentenamt angetreten. Der Politikneuling profitierte vom Verdruss der Wähler über die etablierten Politiker. Beim Amtsantritt versprach er unter anderem, „ab dem ersten Tag“ einen „frontalen Krieg“ gegen die Korruption zu führen.