Kritik an Polizei nach Toten bei Zerstörung in Beduinendorf

Tel Aviv/Jerusalem (APA/dpa) - Nach dem Tod eines Polizisten und eines Lehrers in einem Beduinendorf im Süden Israels sind massive Vorwürfe ...

Tel Aviv/Jerusalem (APA/dpa) - Nach dem Tod eines Polizisten und eines Lehrers in einem Beduinendorf im Süden Israels sind massive Vorwürfe gegen die Einsatzkräfte laut geworden. Die Polizei hatte im Anschluss von einem terroristischen Anschlag durch den Lehrer, einem arabischen Beduinen, gesprochen.

Die Menschenrechtsorganisation Adalah schrieb dagegen am Donnerstag, Polizisten hätten auf den Mann in seinem Auto geschossen, bevor sein Wagen schneller auf eine Gruppe ihrer Kollegen zugefahren sei. Dies sei auch auf Videomaterial zu sehen, das die Polizei veröffentlicht hat.

Ein Polizeisprecher wies die Vorwürfe zurück. Ein Polizist habe zunächst nur Warnschüsse abgegeben, sagte der Sprecher. Der israelische Minister für öffentliche Sicherheit, Gilad Erdan, kündigte laut israelischem Radio weitere Untersuchungen des Vorfalls an.

Auf der Aufnahme einer Drohne ist zu sehen, wie ein Auto langsam auf einer Straße fährt und eine Person mehrfach schießt. Daraufhin beschleunigt das Auto und fährt in eine Gruppe von Menschen. Dabei wurde laut Polizei der Polizist getötet. Der Fahrer des Autos wurde von der Polizei erschossen. Der Mann war laut der Zeitung „Jediot Achronot“ Vater von 15 Kindern.

Die Polizisten waren in das Dorf Umm al-Hiran in der Negev-Wüste gekommen, um nach einer Gerichtsentscheidung Häuser zu zerstören. Einwohner warfen der Polizei vor, die Einsatzkräfte seien sehr aggressiv vorgegangen.

Israelische Araber kündigten laut israelischem Radio aus Protest gegen die Häuserzerstörung und den Vorfall vom Mittwoch einen Generalstreik in Israel für Donnerstag an. Das höchste Komitee israelischer Araber habe zudem eine dreitägige Trauerzeit ausgerufen, hieß es im Radio.