Casting-Star und patriotischer Country: Das bunte Programm für Trump
Washington (APA/dpa) - Salonfähig ist der Name Donald Trump in der gehobenen Musikszene offenbar kaum noch. Selbst für einige Künstler aus d...
Washington (APA/dpa) - Salonfähig ist der Name Donald Trump in der gehobenen Musikszene offenbar kaum noch. Selbst für einige Künstler aus der zweiten und dritten Reihe wird die Teilnahme bei seiner Vereidigung zum Spießrutenlauf. Die größte Party wird wohl der Protest gegen ihn.
Zugesagt hatten nur zwei. Doch mit dem Rapper Common und der Indie-Band The National war schnell klar, dass das Konzert der Gegner von Donald Trump am Vorabend der Vereidigung des neuen US-Präsidenten prominentere Namen bieten würde als die Feiern zur Amtseinführung des Republikaners.
Der größte „Star“ bei Trumps Vereidigung heißt Jackie Evancho, und selbst in den USA kann mit diesem Namen nicht jeder etwas anfangen. Sie war 2010 bei der Casting-Show „America‘s Got Talent“ auf Platz zwei gekommen.
Auch Country-Mann Lee Greenwood, der bei der Eröffnungsfeier vor dem Lincoln Memorial am Donnerstag auf dem Programm stand, kennt in den USA nicht jeder. Nachdem er bei Vereidigungen der Republikaner Ronald Reagan, George H.W. Bush und George W. Bush aufgetreten war, schien ihm der Entschluss bei Trump nicht schwerzufallen.
Ebenso offen trägt die Rockband 3 Doors Down ihren Patriotismus zur Schau. Ihre Single „Citizen/Soldier“ entstand im Auftrag der Nationalgarde, im Musikvideo seilen sich Spezialeinheiten von Kampfhubschraubern ab. „Ich entschuldige mich nicht dafür, für unser Land oder Militär aufzutreten“, teilte auch Country-Sänger Toby Keith mit. Vor Soldaten im Irak und in Afghanistan hat er nach eigenen Angaben bereits mehr als 200 Konzerte gespielt. Keith, 3 Doors Down und die Frontmen of Country sollen laut „Vox.com“ alle auftreten.
Nicht nur Nachwuchs-Talent Evancho dürfte die Entscheidung schwergefallen sein. Auch bei den Musical-Tänzerinnen The Rockettes und dem Mormon Tabernacle Choir aus Utah hat die Debatte um ihre Teilnahme zu reichlich Ärger geführt. Ein Sänger trat im Streit um den Auftritt aus dem Chor aus, eine Rockette-Tänzerin berichtete dem „Rolling Stone“: „Die meisten von uns haben sofort Nein gesagt.“ Nun tanzen sie trotzdem.
Mit den Stars von Barack Obamas Vereidigung, der unter anderem Beyonce, Bruce Springsteen und U2 auf die Bühne geholt hatte, kann Trump jedenfalls nicht mithalten. Die „Queen B“ Beyonce will wie Katy Perry, Cher und Madonna zwar sehr wohl nach Washington kommen. Zu sehen sein wird sie aber woanders: beim Protest gegen Trump am Samstag.