Draghi: EZB kann sich trotz Inflationsschub nicht zurücklehnen

Frankfurt (APA/Reuters) - Die Inflation in der Eurozone dürfte aus Sicht von EZB-Präsident Mario Draghi weiter anziehen. Dafür sorgten vorau...

Frankfurt (APA/Reuters) - Die Inflation in der Eurozone dürfte aus Sicht von EZB-Präsident Mario Draghi weiter anziehen. Dafür sorgten voraussichtlich vor allem die Energiepreise, sagte der Italiener am Donnerstag in Frankfurt. Es fehle jedoch an „Anzeichen“ für einen überzeugenden Trend, dass die Inflation fundamental steige.

Die Europäische Zentralbank (EZB) müsse daher weiter in „sehr substanziellem Maße“ die Konjunktur geldpolitisch stimulieren, um mittelfristig für den gewünschten Preisauftrieb zu sorgen. Über ein weiteres Abschmelzen der vor allem in Deutschland umstrittenen Anleihenkäufe habe der EZB-Rat nicht diskutiert.

Seit März 2015 pumpen die EZB und die nationalen Notenbanken monatlich Milliarden in das Bankensystem, um die Konjunktur anzukurbeln und das niedrige Preisniveau anzuheben. Sie verlängerten das Programm jüngst bis Ende Dezember 2017, wodurch das Gesamtvolumen der Käufe auf 2,28 Billionen Euro ansteigt. Allerdings soll das monatliche Volumen ab April von derzeit 80 auf 60 Mrd. Euro reduziert werden.

Die Verbraucherpreise waren zuletzt in der Eurozone wegen höherer Energiepreise so stark gestiegen wie seit über drei Jahren nicht mehr. Die Inflation zog im Dezember auf 1,1 Prozent an, nachdem sie im November noch bei 0,6 Prozent gelegen hatte. Für 2017 erwartet die EZB 1,3 Prozent. Damit ist die Zielmarke von knapp zwei Prozent aber noch nicht in Sichtweite, die die Währungshüter als ideal für die Wirtschaftsentwicklung ansehen.

~ WEB http://www.ecb.int ~ APA430 2017-01-19/15:22