Ausbau tschechischer Atomenergie-Industrie weiterhin unklar
Prag (APA) - In Tschechien bleibt weiterhin unklar, wo man die geplanten neuen Atomreaktoren bauen wird und wie die Projekte finanziert werd...
Prag (APA) - In Tschechien bleibt weiterhin unklar, wo man die geplanten neuen Atomreaktoren bauen wird und wie die Projekte finanziert werden. Dies ging aus der Sitzung des Regierungsausschusses für Atomenergie-Industrie am Donnerstag hervor, an der auch Premier Bohuslav Sobotka teilgenommen hat.
Industrie- und Handelsminister Jan Mladek, dessen Ressort für die Energiepolitik zuständig ist, erklärte nach der Sitzung, man bevorzuge eindeutig den Bau neuer Blöcke im südmährischen Atomkraftwerk Dukovany. Allerdings arbeite man auch mit der Variante, dass man in Dukovany „aus bestimmten technischen oder politischen Gründen“ nicht bauen könnte, im südböhmischen Atomkraftwerk Temelin jedoch schon, so Mladek.
Zur Finanzierung sagte Mladek, es wäre ihm lieber, wenn der Bau neuer Atomblöcke ohne staatliche Garantien stattfinden würde. Finanzminister Andrej Babis, der an der Sitzung des Regierungsausschusses auch teilnahm, sagte gegenüber der Tageszeitung „Lidove noviny“, sobald er Finanzminister sein werde, werde er eine staatliche Finanzierung nicht unterstützen. Der zu 70 Prozent staatliche Tschechische Energiekonzern (CEZ) könne ohne Probleme auf dem Markt einen Kredit aufnehmen.
Die Finanzierungsfrage war im April 2014 der Grund dafür, dass CEZ auf das ursprüngliche Projekt, in Temelin zwei zusätzliche Blöcke zu bauen, verzichtete und ein entsprechendes Auswahlverfahren eingestellt hatte. Seitdem wird in Prag über die Notwendigkeit des Ausbaus der Atomenergie-Industrie erneut gesprochen, allerdings ohne dass es bisher zu konkreten Beschlüsse kam.