Assad erwartet in Astana Gespräche über Waffenruhe

Damaskus (APA/dpa) - Bei den anstehenden neuen Syrien-Gesprächen rechnet der syrische Machthaber Bashar al-Assad zunächst lediglich mit Verh...

Damaskus (APA/dpa) - Bei den anstehenden neuen Syrien-Gesprächen rechnet der syrische Machthaber Bashar al-Assad zunächst lediglich mit Verhandlungen über eine Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland. „Es ist nicht klar, ob diese Konferenz sich mit dem politischen Dialog beschäftigen wird, weil bisher unklar ist, wer teilnehmen wird“, sagte Assad dem japanischen Sender TBS in einem Interview.

Er hoffe aber, dass die Gespräche eine Basis für einen solchen Dialog schaffen würden, hieß es in Auszügen des Interviews, die am Donnerstag vom Präsidentenpalast veröffentlicht wurden. Eine gegenwärtig geltende Feuerpause ist brüchig.

Die Gespräche sollen am 23. Jänner im kasachischen Astana auch mit zahlreichen Rebellengruppen beginnen. Die radikalislamische Organisation Ahrar al-Scham hatte am Mittwoch allerdings angekündigt, der Veranstaltung fernbleiben zu wollen. Russland und die Türkei wollen als Schutzmächte den Weg ebnen für eine politische Lösung des Bürgerkriegs. Moskau ist der wichtigste Verbündete der Regierung in Damaskus, Ankara unterstützt die Opposition. Derweil erhielt auch der UN-Sonderbeauftragte Staffan de Mistura nach Angaben der Vereinten Nationen eine Einladung.

Ahrar al-Scham hatte seine Absage unter anderem damit begründet, dass seine Mitglieder im umkämpften Tal Wadi Barada trotz der Waffenruhe immer wieder Angriffen der Regierung ausgesetzt seien. Das Tal ist strategisch wichtig, weil Millionen Menschen in Damaskus von hier aus ihr Trinkwasser erhalten. Allerdings ist die Versorgung seit vier Wochen unterbrochen, wofür sich die verfeindeten Parteien gegenseitig verantwortlich machen.

Nach einem weiteren Vorrücken der Assad-Kräfte in der Nacht zum Donnerstag habe sich die Situation in dem Tal allerdings beruhigt, weil sich eine UN-Delegation auf dem Weg in das Gebiet gemacht habe. Sie solle bei den Verhandlungen über ein Ende der Gewalt in dem Gebiet helfen, berichteten die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sowie ein Mitarbeiter der Regierung.

Nach Angaben des UN-Nothilfekoordinators für Syrien, Jan Egeland, ist die Lage für viele Syrer weiter dramatisch. Seit nun 27 Tagen halte der Wasser-Notstand für 5,5 Millionen Menschen in Damaskus an, nachdem Versorgungsanlagen zerstört worden seien. Reparaturversuche seien nach Angriffen von Scharfschützen eingestellt worden.