Filmfestival Locarno widmet Jacques Tourneur Retrospektive
Locarno (APA/sda) - Dem französischen Filmemacher Jacques Tourneur widmet das Festival del film in Locarno bei seiner 70. Ausgabe (2. bis 12...
Locarno (APA/sda) - Dem französischen Filmemacher Jacques Tourneur widmet das Festival del film in Locarno bei seiner 70. Ausgabe (2. bis 12. August) eine Retrospektive. Damit soll einem unterschätzten Regisseur des 20. Jahrhunderts die Ehre erwiesen werden. Das Festival wolle mit der Wahl Tourneurs wieder an den Dialog mit dem „großen amerikanischen Kino“ anknüpfen, teilte das Festival am Donnerstag mit.
Die Filme des 1904 in Paris geborenen Regisseurs seien heute als „nachhaltig und visionär“ anzusehen. Dabei sei Tourneur zu Lebzeiten oft für zweitklassige B-Movies verpflichtet worden. Durch eine „kraftvolle Erzählkunst“ und eine „meisterhafte visuelle Poesie“ sei es ihm gelungen, die europäische und amerikanische Kultur zu verschmelzen. Zu den Meilensteinen der Kinogeschichte gehörten Tourneurs Streifen „Cat People“ (1942), „The Leopard Man“ (1943) und „I walked with a Zombie“ (1943).
Jacques war zusammen mit seiner Familie vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs in die Vereinigten Staaten ausgewandert - sein Vater Maurice Tourneur zählte zu den Pionieren des französischen Films.
Für Carlo Chatrian, den künstlerischen Leiter des Locarno Festivals, galt Tourneur als Meister des Phantasy, der stets versuchte, über das Sichtbare hinauszugehen. Er habe tiefe Gefühle ausgedrückt, die unter die Haut gingen und probiert, die Oberfläche der Dinge zu durchbrechen, so Chatrian. Die Retrospektive wird im historischen Kino Locarnos gezeigt, das für die 70. Ausgabe vollständig renoviert und auf den Namen „GranRex“ getauft wurde.