Teuflische Figur „Jarramplas“ in spanischem Ort mit Gemüse beworfen
Madrid (APA/AFP) - Mit 21 Tonnen Rüben gegen das Böse: Hunderte Einwohner des spanischen Ortes Piornal haben am Donnerstag bei einem Volksfe...
Madrid (APA/AFP) - Mit 21 Tonnen Rüben gegen das Böse: Hunderte Einwohner des spanischen Ortes Piornal haben am Donnerstag bei einem Volksfest die Figur des „Jarramplas“ mit steinhartem Gemüse beworfen. Einer jahrhundertealten Tradition folgend verkleiden sich junge Männer jedes Jahr am 19. und 20. Jänner als teuflische Gestalt, um sich dann von den Ortseinwohnern aus kurzer Distanz mit Rüben attackieren zu lassen.
Der Ursprung des Brauchs ist nicht eindeutig geklärt, am weitesten verbreitet ist aber die Legende, wonach der mit bunten Zotteln, einer Maske mit großen Hörnern und einer Trommel ausgestattete „Jarramplas“ einen Viehdieb darstellt, der einst von den Dorfbewohnern bestraft wurde. Inzwischen symbolisiert die Figur das Böse an sich.
Es gehe darum, „die bösen Geister von 2017 zu vertreiben, damit das Jahr gut verläuft und wir eine gute Rübenernte haben“, sagte Bürgermeister Ernesto Agudiez. Insgesamt wurden für die Jagd auf „Jarramplas“ 21,4 Tonnen Rüben in der Stadt verteilt.
Das „Jarramplas“-Kostüm samt Panzerung wiegt mehr als 40 Kilogramm. „Es tut nicht weh“, versicherte Sergio Calle Alonso, der sich am Donnerstag als einer von 23 Männern für etwa 20 Minuten dem Rüben-Gewitter aussetzte. Die Schutzkleidung funktioniere gut. „Es ist aber ermüdend, so viele Kilos zu tragen.“
In Piornal reißen sich die jungen Männer darum, in die Rolle des „Jarramplas“ zu schlüpfen. Vor allem am zweiten Tag des Volksfestes gilt dies als große Ehre. Dann ist es zwei Anwärtern vorbehalten, das Böse zu verkörpern und sich mit Rüben traktieren zu lassen. Derzeit beträgt die Wartezeit 21 Jahre. „Es ist eine der wichtigsten Sachen im Leben, sich als ‚Jarramplas‘ zu verkleiden“, sagte Ismael Vicente, der die ehrenvolle Aufgabe am Freitag übernimmt.