Mali - Zahl der Toten bei Anschlag auf über 70 gestiegen
Gao/Paris (APA/AFP/dpa) - Die Zahl der Toten bei dem Selbstmordanschlag auf ein Militärlager in Gao im Norden von Mali ist auf mindestens 70...
Gao/Paris (APA/AFP/dpa) - Die Zahl der Toten bei dem Selbstmordanschlag auf ein Militärlager in Gao im Norden von Mali ist auf mindestens 70 gestiegen. Diese Zahl nannten Ärzte in Gao am Donnerstag und erklärten, sie könne angesichts der vielen Verletzten noch weiter steigen. Die Verwundeten wurden demnach am Mittwochabend von Gao in die Hauptstadt Bamako gebracht.
Das Militärlager war am Mittwoch angegriffen worden. Zu dem Attentat bekannte sich das Terrornetzwerk Al-Kaida. Die mit Al-Kaida verbündete Gruppe des Islamisten Mokhtar Belmokhtar veröffentlichte eine entsprechende Erklärung.
Bei den Opfern handelte es sich um Kämpfer der einstigen Rebellenbewegung CMA und einer regierungstreuen Miliz. Bei dem Anschlag wurde ein Fahrzeug in die Luft gesprengt, als die Kämpfer zu einer gemeinsamen Patrouille aufbrechen sollten. Das Rebellenbündnis CMA, in dem mehrere Tuareg-Rebellengruppen zusammengeschlossen waren, hatte 2015 ein Friedensabkommen mit der malischen Regierung geschlossen. Es sieht unter anderem vor, dass Ex-Rebellen und regierungstreue Kämpfer gemeinsam auf Patrouillen gehen.
Präsident Ibrahim Boubacar Keita ordnete eine dreitägige Staatstrauer an und reiste am Donnerstag nach Gao. Dort wolle er Verletzte und Angehörige treffen sowie das Militärlager besuchen, erklärte die Präsidentschaft im Internet-Kurzbotschaftendienst Twitter.
Nach dem Anschlag weichen die Opferzahlen voneinander ab. Laut Regierungsangaben waren in einem Militärstützpunkt in der nördlichen Stadt Gao am Mittwoch mindestens 60 Menschen getötet und 115 weitere teils schwer verletzt worden. Die Terrororganisation Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI), die den Anschlag für sich reklamiert hatte, sprach hingegen von 80 Toten.
Nach Informationen der französischen Armee hat es 77 Tote gegeben. Es handle sich um eine provisorische Bilanz, sagte ein Sprecher der Armee am Donnerstag in Paris auf Anfrage. Französische Armeeangehörige seien nicht betroffen. Frankreich hat in der Sahelzone rund 4.000 Soldaten im Einsatz.