Bezirk Landeck

Abfall-Management macht sich bezahlt

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Der Verein Umweltwerkstatt für den Bezirk Landeck feiert das 20-jährige Bestehen. Wichtigste Aufgabe bleibt effizientes Wirtschaften in der Entsorgung. Eine Tonne sortenreines Altpapier wirft derzeit 105 Euro ab.

Von Helmut Wenzel

Landeck –Gestern Freitag war wieder „Treffpunkt Recyclinghof“ – Landecker Mülltag. Hunderte Bewohner entsorgten Unrat und Abfälle – alles außer Restmüll und Bioabfall. Jährlich landen mehr als 15.000 Tonnen an Wertstoffen in den Großcontainern – Glas, Altpapier, Kartons, Metall, Ökoboxen, Kunststoffverpackungen, Elektroschrott, Kaffeekapseln oder Altbatterien. Dazu kommen gebührenpflichtige Holzabfälle, Sperrmüll und Bauschutt.

Der Leiter des Wertstoffhofs, Björn Köll, steht im Altpapier-Container. „Nur wenn das Papier möglichst rein ist und nachher nicht mehr aussortiert werden muss, bekommen wir eine gute Qualitätsbewertung“, weiß er.

Kürzlich hat ein Container-Lkw etwas mehr als neun Tonnen Altpapier abtransportiert. Bernhard Weiskopf, Geschäftsführer der Umweltwerkstatt für den Bezirk Landeck, hat Einblick in die Datenströme. Sein Team verkauft die Wertstoffe im Auftrag der Gemeinden am freien Markt. „Der Markt ist derzeit etwas schwierig, die Preise gehen zurück. Für die Tonne Altpapier gibt es im Moment 105 Euro. In besseren Zeiten waren es 120 oder 130 Euro“, schildert der Experte für Abfallwirtschaft. „Aber nur bei A-Qualität.“

Für 9060 Kilo Altpapier aus Landeck stellt Weiskopf dem Käufer eine Rechnung über 951,30 Euro aus. Abzüglich Transport-, Manipulationskosten bleibt noch ein Betrag von 305 Euro für die Kassen der Stadtgemeinde übrig.

Wertstoffchef Köll und seine Männer sind nicht nur ein versiertes Beraterteam vor Ort. Sie müssen vor allem bei Fehlwürfen eingreifen. Auch wenn die Zahl der Benutzer abnimmt, die es mit der Abfalltrennung nicht so genau nehmen, muss immer wieder händisch aussortiert werden. Aber auch ein Tablet-PC gehört zum Werkzeug der Truppe: Die Wertstoffmengen müssen laut Abfallbilanzverordnung lückenlos erfasst werden – im EDM-Portal des Umweltministeriums.

Zum Restmüll hat Weiskopf überraschende Zahlen: Die Landecker ließen 2011 noch 1480 Tonnen per Lkw abholen. 2016 lag die Menge nur noch bei 817 Tonnen. Die Ursache liege u. a. in der Tarifordnung der Stadtgemeinde, mit der Mülltrennen und -vermeiden belohnt werde. Die Entsorgungskosten beim Abfallverband West in Roppen liegen bei 170 Euro pro Tonne, dazu kommen Transportkosten von ca. 80 Euro. Die Galtürer zahlen rund 130 Euro Transportkosten.

In Roppen wird Restmüll nochmals getrennt und gehäckselt, biogene Abfälle werden vergärt. Nach einem Zwischenstopp im Ahrntal bei Innsbruck kommt die Restmüllfraktion in eine Verbrennungsanlage bei Wels.

Zum Umweltbewusstsein in der Bevölkerung fasst Weiskopf zusammen: „Die Sensibilität bei ökologischen Themen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Man kann die Bürger mit guten Argumenten für eine saubere Mülltrennung motivieren. Sie sind auch bereit, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.“

Die Gemeinden des Bezirkes, St. Anton ausgenommen, dürfen heuer das 20-jährige Bestehen der tirolweit einzigartigen Umweltwerkstatt feiern. Der damalige Pfundser Bürgermeister Gerhard Witting war einer der Geburtshelfer. „Erstmals wird die Abfallwirtschaft von Gemeinden gemeinsam koordiniert. Ich erwarte mir vor allem Synergieeffekte“, sagte Witting im Juni 1997. Auch Weiskopf war im Gründungsteam mit dabei. Heute erzielt der gewerblich tätige Verein einen Umsatz von 800.000 Euro. Die Mitgliedsgemeinden profitieren mit Erlösen in Höhe von rund 400.000 Euro jährlich. Übrigens ist die Umweltwerkstatt auch Herausgeber des Magazins Umweltsignale.

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