Notschlafstelle

„Als Obdachloser wirst du entmündigt“

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Innsbruck – Es gibt mehrere Gründe, warum nicht alle rund 300 Obdachlosen in Innsbruck trotz Kälte in Notschlafstellen schlafen – die TT ber...

Innsbruck –Es gibt mehrere Gründe, warum nicht alle rund 300 Obdachlosen in Innsbruck trotz Kälte in Notschlafstellen schlafen – die TT berichtete, nachdem sich eine 13-Jährige in einem Leserbrief an die Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer gewandt hatte. Was aber sagen Betroffene, also Obdachlose selbst, zu ihrer Lage? – Einer, der trotz eisiger Kälte ein Nachtlager im Zelt einem warmen Platz in einer Notschlafstelle vorzieht, ist der 38-jährige Michael W. (Name geändert, der Red. bekannt). Der Oberländer lebt seit einem Jahr auf der Straße. Nachdem er aus gesundheitlichen Gründen seine Arbeit verlor, fand er mit 630 Euro Notstandsgeld im Monat keine leistbare Wohnung mehr. Eine Familie, die hätte helfen können, hat er nicht. Warum er trotz Minusgraden ein gespaltenes Verhältnis zu Notschlafstellen hat, erklärt er so: „Ab 23 Uhr herrscht Nachtruhe, wer später heimkommt, steht vor einer verschlossenen Türe. Überhaupt herrschen dort Regeln, die für erwachsene Menschen entmündigend sind“, erklärt er. Schwierig sei auch, dass mitunter Obdachlose aus verschiedensten Nationen aufeinandertreffen, „deshalb bin ich lieber draußen, statt drinnen eng neben Fremden“. Bei Kälte sei dies natürlich hart. „Es bedarf gewisser Regeln, damit ein Zusammenleben funktioniert, das geht aus strukturellen Gründen nicht anders“, sagt dazu Michael Hennermann vom Verein für Obdachlose. (lipi)

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