Innsbrucker Stadtteil dient als Forschungsobjekt
Von Maximilian Schnabl...
Von Maximilian Schnabl
Innsbruck –Nicht nur über Gemeinwesenarbeit reden, sondern selbst ein Bürgerbeteiligungsprojekt auf die Beine stellen – so lautet die Aufgabe, die Paul Klumpner den Teilnehmern seines Masterseminars im Studiengang „Soziale Arbeit“ am MCI gestellt hat. Entstanden ist die Initiative „AktiWilten“: Zwei Semester lang will der auf Stadtteilentwicklung spezialisierte Geograf mit zwölf Studierenden Schwung in das Geviert zwischen Grassmayrstraße, Südring, Leopoldstraße und Neurauthgasse bringen. Dieser Bereich von Wilten habe sich aus mehreren Gründen angeboten, sagt Klumpner: „Zum einen ist die Zahl der Anrainer überschaubar. Zum anderen hat sich diese im vergangenen Jahr durch den Bezug der neuen Flüchtlingsunterkunft an der Olympiabrücke auf rund 600 Personen verdoppelt. Das macht unser Vorhaben hier besonders spannend.“ Und nicht zuletzt steht diese Unterkunft dort, wo vormals der Verein „Brache“, der das Forschungsprojekt – neben der Integrationsstelle der Stadt Innsbruck und dem MCI – unterstützt, sein Quartier hatte.
„Stadtteilentwicklung mit Sozialarbeit und Flüchtlingsunterbringung zu verbinden, ist in Österreich etwas gänzlich Neues“, sagt Klumpner. Das Asylheim dürfte auch zentrales Thema in den rund 60 Anrainerbefragungen sein, welche die Studierenden in den vergangenen Wochen durchführten und aktuell auswerten. Hier offenbart sich die Schnittstelle zwischen wissenschaftlichem und praktischem Anspruch: Über Fragebögen wurde erhoben, was Bewohner an ihrer Nachbarschaft als gut oder schlecht empfinden und ob sie dazu bereit wären, sich für Veränderungen zu engagieren. Im Frühjahr wird die Gruppe um Klumpner dann Experten und Anrainer zu einem Treffen laden, um konkrete Anliegen zu diskutieren. „Im Optimalfall lassen sich auch gleich erste Gruppen aus engagierten Bewohnern bilden, die sich an die Umsetzung der Ideen machen“, hofft Klumpner.