Mehr Cyber-Attacken befürchtet
Durch Internet-Kriminalität ist 2015 weltweit ein Schaden von 500 Mrd. Euro entstanden.
Wien –Cyber-Attacken gegen den Wiener Flughafen, die Nationalbank, A1 oder das Außenministerium – um nur einige zu nennen – sorgten im Vorjahr für großes Aufsehen. Internet-Kriminalität habe sich zu einem äußerst lukrativen illegalen Geschäftszweig entwickelt und befindet sich mittlerweile auf einer Stufe mit Menschen- und Drogenhandel, befand Muna Duzdar (SPÖ), Staatssekretärin für Digitalisierung, gestern bei der Vorstellung des Internet-Sicherheitsberichtes 2016.
Und ein Ende ist nicht in Sicht, ganz im Gegenteil erwarten Experten künftig deutlich mehr Cyber-Angriffe. Beim so genannten Erpresser-Trojaner (Ransomware) werde es noch massive Zuwächse geben, erklärte Robert Schischka, Leiter des für das Bundeskanzleramt (BKA) tätigen Computer Emergency Response Teams (CERT).
Dabei werden Computernutzer erpresst, indem die Angreifer das Endgerät sperren oder so verschlüsseln, dass Daten unbrauchbar werden. Für die Entschlüsselung wird Lösegeld verlangt. Die Angreifer würden dabei immer kreativer vorgehen, so Schischka.
Für Duzdar ist klar, dass etwas getan werden muss. So hat auch das BKA (in Kooperation mit Innen- und Verteidigungsministerium) die Koordinierung für die Cybersicherheit übernommen. Konkret geht es dabei um die Umsetzung des Cybersicherheitsgesetzes, das im Mai 2018 in Kraft treten müsste. Ein Entwurf dazu hätte bereits Ende 2016 vorliegen sollen. In der ersten Jahreshälfte heuer sollte es so weit sein, hieß es zuvor aus dem Innenministerium.
Im Rahmen dieses Gesetzes werden „Betreiber wesentlicher Dienste“ dazu verpflichtet, Cyber-Attacken zu melden. Damit sind etwa Firmen im Gesundheits-, Verkehrs- oder Energiebereich gemeint. 100 bis 200 Unternehmen sollen in Österreich von dieser Verpflichtung betroffen sein. Daneben will man Firmen motivieren, Attacken zu melden statt sie aus Angst vor einem Imageschaden zu verschweigen, erklärte Duzdar.
Der ökonomische Schaden, verursacht durch Cyber-Kriminalität, ist riesig: Laut Zahlen des weltgrößten Rückversicherer Munich RE sei 2015 weltweit ein Schaden von 500 Mrd. Euro entstanden. (sas)