Leitbörsen in Fernost schließen ohne klare Richtung
Tokio (APA) - Die Leitbörsen in Fernost haben den Handel am Freitag ohne klare Richtung beendet. Bestimmt wurde der Handel von Zurückhaltung...
Tokio (APA) - Die Leitbörsen in Fernost haben den Handel am Freitag ohne klare Richtung beendet. Bestimmt wurde der Handel von Zurückhaltung vor der heute anstehenden Amtseinführung Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten. Der Nikkei-225 Index in Tokio gewann um 65,66 Zähler oder 0,34 Prozent auf 19.137,91 Punkte. Auch der Shanghai Composite stieg um 21,84 Punkte oder 0,70 Prozent auf 3.123,14 Punkte.
Dagegen sank der Hang Seng Index in Hongkong um 164,05 Zähler (minus 0,71 Prozent) auf 22.885,91 Einheiten. Verluste gab es auch an den Märkten in Indien und Australien zu verzeichnen. Der Sensex 30 in Mumbai tendierte zuletzt bei 27.028,12 Zählern mit minus 280,48 Punkten oder 1,03 Prozent. Der All Ordinaries Index in Sydney verlor 35,7 Zähler oder 0,62 Prozent auf 5.709,70 Einheiten.
Vor allem die Einführungsrede Trumps und mögliche Aussagen zur künftigen Wirtschaftspolitik werden von den Anlegern mit Spannung erwartet. Nach seinem Wahlsieg hatte Trump staatliche Investitionen und Steuersenkungen zur Ankurbelung der US-Konjunktur angekündigt und damit hohe Erwartungen geschürt. Nun sei die Frage, ob er diese Erwartungen auch erfüllen könne. Nach seiner ersten Pressekonferenz in der vergangenen Woche hatten sich die Anleger enttäuscht über mangelnde Details zu seinen wirtschaftspolitischen Plänen gezeigt.
Daneben rückten neue Daten aus China laut Marktteilnehmern in den Fokus. Im vierten Quartal des abgelaufenen Jahres ist die Wirtschaft in der Volksrepublik um 6,8 Prozent gewachsen. Im Gesamtjahr 2016 lag das Wachstum demnach bei 6,7 Prozent. Obwohl die Wirtschaft damit so langsam wuchs wie seit 1990 nicht mehr, werteten Ökonomen die jüngsten Daten als Zeichen der Stabilisierung für die zweitgrößte Volkswirtschaft.
In Tokio stiegen Panasonic-Aktien um 1,26 Prozent. Der Elektronikkonzern will seine Partnerschaft mit dem amerikanischen Elektroauto-Spezialisten Tesla ausbauen. „Wir sind stark interessiert am autonomen Fahrsystem von Tesla“, sagte Konzernchef Kazuhiro Tsuga.
Nach ihrem gestrigen Kursrutsch von rund 16 Prozent konnten sich die Toshiba-Aktien wieder etwas erholen und stiegen zum Wochenschluss um 1,82 Prozent. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo hat das Unternehmen inzwischen mit den Vorbereitungen begonnen, einen Anteil des profitablen Chipgeschäftes zu verkaufen. Interesse hätten die Finanzinvestoren Permira und Bain Capital gezeigt. Indessen erwägt die japanische Regierung nach eigenen Angaben keinen Rettungsplan für den angeschlagenen Mischkonzern.
Dagegen brachen Takata um knapp 21 Prozent ein. Bereits an den Vortagen war die Aktie des Airbag-Herstellers massiv abgerutscht. Innerhalb einer Woche verlor das Papier etwa die Hälfte seines Wertes. Grund war ein Bericht der Wirtschaftszeitung „Nikkei“, wonach zwei mögliche Käufer für das Unternehmen Gläubigerschutz beantragen und es so sanieren wollen. Noch sei nichts entschieden, erklärte Takata.