Erdbeben und Schnee - Regierung wegen verspäteter Hilfe unter Druck

Farindola/Amatrice (APA) - Durch eine Serie aus vier schweren Erdbeben am Mittwoch und Schneefälle, wie sie seit Jahrzehnten nicht mehr in d...

Farindola/Amatrice (APA) - Durch eine Serie aus vier schweren Erdbeben am Mittwoch und Schneefälle, wie sie seit Jahrzehnten nicht mehr in der Region gemeldet worden waren, erlebt das Gebiet zwischen den Abruzzen, Latium und Marken schwierige Tage, während die Regierung unter Druck gerät. Innenministerium und Zivilschutz werden beschuldigt, den Schneealarm der lokalen Behörden auf die leichte Schulter genommen zu haben.

100.000 Haushalte seien in den vergangenen Tagen in den Abruzzen ohne Strom gewesen. „Es ist nicht hinnehmbar, dass man Gemeinden, die schon so schwer vom Erdbeben getroffen worden sind, sich selbst überlässt“, kritisierte der ehemalige Zivilschutzchef Guido Bertolaso. Parlamentspräsidentin Laura Boldrini kritisierte die Ineffizienz der Institutionen. „Sie müssen auf allen Ebenen zusammenarbeiten. Ineffizienz und Verspätung bei der Hilfsaktion sind nicht tolerierbar“, so Boldrini.

Oppositionsparteien kritisierten, dass die Regierung die Finanzierungen für die Gemeinden stark gekürzt hätte. Darunter leide jetzt die Bevölkerung in den kleinen Bergkommunen. Zivilschutzchef Fabrizio Curcio erwiderte, dass die Rettungsmannschaften unter schwierigsten Bedingungen arbeiten würden. Fast 3.000 Soldaten seien im Erdbebengebiet unterwegs. Die Lage sei wegen der explosiven Mischung aus Erdbeben und Schneemassen besonders kritisch. „Ich verlange Respekt für Personen, die unter diesen schwierigen Bedingungen arbeiten. Viele Personen sprechen einfach, ohne eine Idee von der Lage an Ort und Stelle zu haben“, kommentierte Curcio.

Der Regierungskommissar für den Wiederaufbau im Erdbebengebiet Vasco Errani versicherte, dass die Regierung im Einsatz sei, um die Probleme der Bevölkerung zu lösen. Das Heer gebe sein Bestes, um alle abgeschnittenen Gemeinden zu versorgen.