Bocksiedlung

Wo die wilden Kerle wohnten

© Stadtarchiv

Innsbruck – Mit Händen, Füßen und Flüchen soll sich die Bewohnerin der letzten Baracke gegen deren Abriss gewehrt haben. Das war in den 1970...

Innsbruck –Mit Händen, Füßen und Flüchen soll sich die Bewohnerin der letzten Baracke gegen deren Abriss gewehrt haben. Das war in den 1970erJahren. Die Bocksiedlung verschwand aus dem Stadtbild, heute fällt selbst Kennern des Gebietes in der Reichenau die genaue Lokalisierung nicht ganz leicht. 2012 stellte Melanie Hollaus ihren Film über dieses fast vergessene Stück Stadtgeschichte vor, jetzt ist auch ein lesenswertes Buch erschienen, in dem die Herausgeberinnen Hollaus und Heidi Schleich die Bocksiedlung aus vielen Perspektiven beleuchten, u. a. in gesammelten Erinnerungen, Interviews, Fotografien. Es geht um Familienclans, Faustrecht, immer wieder aber auch um eine besondere Form von Zusammenhalt. Er entstand auch aus bitterer Not heraus, wie sich u. a. in Andrea Sommerauers historischem Beitrag „Vom Leben am Rand“ nachlesen lässt. (jel)

Buchtipp Melanie Hollaus, Heidi Schleich (Hrsg.): Bocksiedlung – Ein Stück Innsbruck Studienverlag, 184 Seiten, 24.90 Euro. Buchpräsentation: Montag, 23. Jänner, um 19 Uhr im Leokino Innsbruck.

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