Oö. Landesmuseum will heuer mit „Wir sind Oberösterreich“ locken

Linz (APA) - Das Oberösterreichische Landesmuseum will heuer mit einer Familienausstellung „Wir sind Oberösterreich“ Besucher nach Linz lock...

Linz (APA) - Das Oberösterreichische Landesmuseum will heuer mit einer Familienausstellung „Wir sind Oberösterreich“ Besucher nach Linz locken. Als weitere Anziehungspunkte sind Kunst- und naturwissenschaftliche Ausstellungen geplant. Das kündigten die wissenschaftliche Direktorin Gerda Ridler und Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) als Kulturreferent in einer Vorschau-Pressekonferenz am Freitag in Linz an.

Das OÖ. Landesmuseum will mit seinen zwölf Standorten als größte museale Institution des Landes seine Kernaufgaben Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln noch stärker im Bewusstsein der Bevölkerung verankern. Das heurige Jahr steht dazu unter dem Motto „Bildung und Vermittlung“. Das zentrale Projekt ist die geplante Ausstellung im Schlossmuseum „Wir sind Oberösterreich! Staunen, Entdecken, Mitmachen“. 26 historische und weitere zeitgenössische Persönlichkeiten und ihre Leistungen, die über das Bundesland hinaus Bedeutung erlangten, werden dabei präsentiert. Unter ihnen: Johannes Kepler, Adalbert Stifter, Franz Stelzhamer, der Dachstein-Erforscher Friedrich Simony, der Gründer der gleichnamigen Skifabrik Josef Fischer. Der Medizin-Genetiker Markus Hengstschläger wird die Eröffnungsrede am 2. April halten.

Diese Ausstellung soll die Schätze in den Museen und in den Köpfen von hervorragenden Künstlern, Wissenschaftern und Denkern vorstellen, sowie zeigen, was Oberösterreich ausmacht, stellte Pühringer fest. Das habe aber nichts mit Nationalismen zu tun, grenzte der Landeshauptmann ab. Im Hinblick auf die Flüchtlingsdebatte erläuterte er: „Nur wer fest bodenständig ist, wird weltoffen sein. Nur wer eine starke Identität hat, wird kein Problem haben, Türen und Fenster aufzumachen. Wer dagegen Nationalismen hat, wird sich abschotten“.

Als weiteres attraktives Ausstellungsprojekt, das auch Publikum außerhalb von Oberösterreich anziehen soll, nannte Ridler „Elger Esser - Aetas“, die erste museale Einzelausstellung des fotografischen Werkes des Künstlers in Österreich ab 28. Jänner in der Landesgalerie. Sein zentrales Thema - die Landschaft - steht dabei im Mittelpunkt. Das nach umfassender Renovierung wiedereröffnete Alfred Kubin-Kabinett zeigt ab Ende April die Meilensteine seines Schaffens. Ergänzend dazu gibt es eine Schau „EINE andere Seite - Humor und Ironie im Werk von Kubin, der üblicherweise nur mit Dämonischem und Unheilvollem, Angst und Vergänglichkeit in Verbindung gebracht wird. Unmittelbarer Anlass dafür ist die Aufführung der Kubin-Oper „Die andere Seite“ von Michael Obst im Linzer Musiktheater im Mai. „Spielraum, Kunst, die sich verändern lässt“ lädt im Herbst mit variablen Objekten nicht nur Erwachsene, sondern auch junges Publikum zur „Betrachter/innen-Partizipation“ und „Interaktion“ ein. Diese Kunstform zwischen 1950 und 1975 ist laut Ridler wieder sehr im Kommen.

Die zwölf Standorte des Landesmuseums verzeichneten im vergangenen Jahr fast 160.000 Besucher. Das könne nicht mit 2015 - 269.000 Besucher - verglichen werden, weil es damals eine Sonderschau zusammen mit der Landesgartenschau in Bad Ischl gegeben habe, erklärte Pühringer. Er erinnerte an die Zeit vor 2000, als die jährliche Besucherzahl jeweils „merklich“ unter 100.000 gelegen sei. „2016 hatten wir keinen schlechten Wert, aber es gibt Luft nach oben“.

(S E R V I C E - www.landesmuseum.at )