Präsidentschaftsanwärter der französischen Linken für Protektionismus

Paris (APA/AFP) - Mehrere Präsidentschaftsanwärter der französischen Linken haben sich in einer Fernsehdebatte für Protektionismus in der EU...

Paris (APA/AFP) - Mehrere Präsidentschaftsanwärter der französischen Linken haben sich in einer Fernsehdebatte für Protektionismus in der EU ausgesprochen. Ex-Premierminister Manuel Valls sagte am Donnerstagabend, es müsse Strafzölle auf Importgüter geben, die nicht die sozialen und Umwelt-Standards der EU erfüllten. Valls ist einer der Favoriten für die erste Vorwahlrunde der regierenden Sozialisten am Sonntag.

Laut Umfragen kann auch der frühere Bildungsminister Benoit Hamon auf einen Sieg bei der Vorwahl hoffen. Er verwies auf den neuen US-Präsidenten Donald Trump, der harte Maßnahmen zum Schutz der heimischen Industrie angekündigt hat. Auch in Europa müsse es „Schleusen an den Grenzen der Europäischen Union geben, um den Marktzugang zu regeln“, sagte Hamon.

Der Mit-Favorit, der frühere Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg, setzt dagegen auf schärfere Vorgaben im eigenen Land, um die Marke „Made in France“ zu schützen. Er verteidigte seinen Vorschlag, 80 Prozent der öffentlichen Ausschreibungen für kleine und mittlere Unternehmen aus Frankreich zu reservieren. „Wir müssen unsere Industrie wieder aufrichten, die sich in zehn Krisenjahren aufgerieben hat“, betonte er.

Die dritte und letzte TV-Debatte vor der Vorwahlrunde am Sonntag verfolgten 3,1 Millionen Zuschauer. Das waren zwei Millionen weniger als vor der Vorwahl der Konservativen im November, aber 1,4 Millionen mehr als bei der letzten TV-Debatte der Linken. Die beiden Sieger der ersten Vorwahlrunde kommen am 29. Jänner in eine Stichwahl.