Paragleiter in Ischgl „abgefangen“
Pilot zappelte im Netz der Bundesheer-Operation Dädalus, hohe Verwaltungsstrafe droht.
Von Helmut Wenzel
Ischgl, Grins, Davos –Wenn es um die Sicherheit der 3000 Teilnehmer beim Weltwirtschaftsforum in Davos geht, verstehen die Veranstalter keinen Spaß. Auch nicht Österreichs Bundesheer, das den Luftraum im Umkreis von 25 Meilen (46 Kilometer) in Tirol und Vorarlberg überwacht.
Das musste am Mittwoch ein Paragleiter im Paznaun zur Kenntnis nehmen. Kaum war der Pilot über dem Skigebiet von Ischgl unterwegs, geriet er auch schon in das Auge von Bundesheer-Spezialisten, die ihn im Rahmen der Operation Dädalus entdeckten. Die Information kam von den Soldaten des in Grins bei Landeck stationierten Tieffliegererfassungsradars. „Damit können wir auch in den Tälern jede Flugbewegung erfassen“, erläuterte Oberst Michael Kerschat vom Militärkommando Vorarlberg am Freitag auf TT-Anfrage zu dem Vorfall.
Auf Ersuchen des Bundesheeres rückte die Ischgler Polizei aus, um den Paragleiter auszuforschen. Das hat Polizeichef Gerhard Walser bestätigt. Als der Pilot Minuten später in Dorfnähe landete, wartete auch schon die Polizei. „Wir haben auftragsgemäß die Daten an das Bundesheer weitergeleitet“, so Walser.
Unabhängig davon, aus welchen Motiven der Freizeitpilot in der Sperrzone unterwegs war, droht ihm eine hohe Verwaltungsstrafe. „Er ist bereits bei der Staatsanwaltschaft angezeigt worden“, so Oberst Kerschat. Die Ausrede, nichts vom Flugverbot gewusst oder dieses aus Unachtsamkeit verletzt zu haben, sei wirkungslos. Das Bundesheer habe einschlägige Informationen u. a. an Fliegerklubs weitergegeben. „Voriges Jahr gab es vier ähnliche Fälle, die strafrechtlich verfolgt wurden.“ Auch die Besatzung eines Heißluftballons in Vorarlberg sei „abgefangen“ worden.