Lawine verschüttete Hotel - Acht Überlebende wohlauf im Spital
Farindola/Amatrice (APA) - Wunder beim Lawinendrama in der mittelitalienischen Region Abruzzen: Obwohl wenig Hoffnung bestand, haben Rettung...
Farindola/Amatrice (APA) - Wunder beim Lawinendrama in der mittelitalienischen Region Abruzzen: Obwohl wenig Hoffnung bestand, haben Rettungseinheiten am Freitag acht der rund 30 Vermissten aus dem verschütteten Hotel Rigopiano lebend geborgen. Dabei handelte es sich um drei Männer, drei Frauen und zwei Kinder. Bisher wurden fünf Leichen aus den Trümmern geholt.
Bei den geretteten Kindern könnte es sich um die sechs Jahre alte Tochter und um den achtjährigen Sohn des 38-jährigen Kochs Giampiero Parete handeln, der als erster am Mittwoch Alarm geschlagen hatte. Die acht Überlebenden wurden per Hubschrauber ins Spital der Adria-Stadt Pescara geflogen. Zwei von ihnen befanden sich auf der Intensivstation, niemand schwebte jedoch in Lebensgefahr.
Die acht Überlebenden wurden bei zwei verschiedenen Einsätzen geborgen. Sie wurden in einem Dachboden und in einem Küchenraum gefunden. Einige von ihnen konnten ein Feuer entfachen, um sich zu wärmen. 43 Stunden lang mussten sie ausharren, bis Hilfe kam. „Es war wunderbar, als wir sie gefunden haben. Sie waren überglücklich. Sie wollten es nicht glauben, dass wir sie gefunden haben und haben uns umarmt. Der Raum, in dem wir die Überlebenden gefunden haben, ist groß und es gab viel Atemluft, berichtete einer der Retter.
Die Nachricht der Bergung der acht Überlebenden löste Hoffnung unter den Angehörigen der Vermissten aus. Sie warteten in einer Einrichtung in der Ortschaft Penne am Fuß des Gran Sasso auf Nachrichten von den Rettungsmannschaften. „Schon am Vormittag hatten wir konkrete Hoffnung, doch noch Überlebende finden zu können“, sagte Vize-Innenminister Filippo Bubbico. Die italienische Gesundheitsministerin, Beatrice Lorenzin, dankte den „heldenhaften Rettern“, die pausenlos am Unglücksort im Einsatz seien. Premier Paolo Gentiloni dankte den Einsatzkräften für die Rettung von Menschenleben.
135 Retter standen am Unglücksort im Einsatz. Sie arbeiteten auf der Suche nach weiteren Überlebenden gegen die Zeit. Es handelte sich um „eine komplexe und gefährliche Bergungsaktion“, berichtete Zivilschutzsprecherin Titti Postiglione. Es bestehe hohe Lawinengefahr in der Gegend. Lawinenexperten seien im Einsatz, um die Gefährlichkeit der Lage zu prüfen. Das Militär machte die Straßen zum Hotel wieder befahrbar.
„Wir haben noch Hoffnung auf weitere Überlebende“, sagte Postiglione. Allerdings wurden die Leichen von weiteren zwei Männern geborgen, die bei Lawinen in den Abruzzen am Mittwoch verschüttet worden waren. Die Wetterlage sei weiterhin schwierig. 59.000 Haushalte in den Abruzzen seien ohne Strom, teilte der Zivilschutz mit.
Durch eine Serie aus vier schweren Erdbeben am Mittwoch und Schneefällen, wie sie seit Jahrzehnten nicht mehr in der Region vorgekommen waren, erlebt das Gebiet zwischen den Abruzzen, Latium und Marken schwierige Tage. Die Regierung geriet unter Beschuss. Innenministerium und Zivilschutz wurde vorgeworfen, den Schneealarm der lokalen Behörden auf die leichte Schulter genommen zu haben.