77. Hahnenkamm-Rennen

Viele Favoriten auf den Abfahrtssieg in Kitz: ÖSV-Stars mittendrin

Im Abschlusstraining der Schnellste: Norwegens Speed-Ass Aleksander Aamodt Kilde.
© AFP

Die Liste der Sieganwärter bei der Abfahrt in Kitzbühel ist lang. Max Franz und Matthias Mayer dürften nach ihren jüngsten Erfolgserlebnissen aus rot-weiß-roter Sicht am stärksten einzuschätzen sein.

Kitzbühel - Einzig Hannes Reichelt hat in den vergangenen zehn Jahren die Streif-Abfahrt für Österreich gewinnen können. Zu wenig für den erfolgsverwöhnten Skifan. Zu wenig auch für die ÖSV-Speed-Herren, die am Samstag mit großer Zuversicht in den Klassiker starten (11.30 Uhr/auf TT.com im Live-Ticker). Max Franz ist nach dem Gröden-Triumph ein Topfavorit, Reichelt will nach 2014 und Matthias Mayer nach dem Super-G-Sieg nachlegen.

Der Südtiroler Dominik Paris war 2013 der Letzte, der am Hahnenkamm auf der Originalstrecke über 3.312 m triumphierte. Bei Reichelts Sieg 2014 wurde über den Hinterganslern statt dem Hausberg gefahren, 2015 gewann der Norweger Kjetil Jansrud auf verkürzter Strecke ab dem Seidlalm-Sprung, 2016 der Südtiroler Peter Fill ab oberhalb der Mausefalle.

Fantastisches Wochenende steht bevor

Die Wetterprognosen für Samstag und die damit erst dritte Abfahrt in diesem Winter sind vielversprechend. „Es wird ein fantastisches Wochenende. Nach vielen Jahren fahren wir wieder die komplette Strecke von oben weg“, äußerte Jansrud seine Vorfreude. „Einen Klassiker original zu fahren, ist natürlich das Ziel“, sagte Franz, der sich im zweiten Training schon ganz nah an die Ideallinie herangekämpft hatte. Während es für Fill noch nicht optimal lief: „Der Druck kann nur wachsen, den muss man sich ein bisserl nehmen“, muss es für ihn aber eh keine Trainingsbestzeit sein.

Der im Disziplinweltcup nach erst zwei Saisonrennen führende und im Vorjahr auf der Streif so schwer gestürzte Norweger Aksel Lund Svindal fehlt nach einer Knieoperation. Das erste Saisonrennen am 3. Dezember in Val d‘Isere gewann Jansrud vor Fill und Svindal, das zweite am 17. Dezember in Gröden Franz vor Svindal und dem US-Amerikaner Steven Nyman. Seitdem gab es nur Absagen. Der Favoritenkreis für das Podest in Kitzbühel ist groß, neben den Genannten gehören u.a. auch Reichelt, Erik Guay (CAN), Dominik Paris (ITA), Patrick Küng und Beat Feuz (SUI), Johan Clarey (FRA) und Aleksander Aamodt Kilde (NOR) dazu.

Reichelt rechnet mit „üblichen Verdächtigen“

Nicht nur Jansrud fragt sich aber, was die lange Renn-Pause möglicherweise verändert haben könnte. „Es wird interessant sein zu sehen, wer seine Form gehalten hat und wer nicht.“ Reichelt rechnet mit „den üblichen Verdächtigen“, er selbst darf auch ganz nach vorne schielen. „Meine Verfassung passt gut, ich weiß, die Streif liegt mir, vor allem wenn es so eisig ist.“ Die Devise sei, halbwegs auf der Linie zu sein, aber trotzdem den Ski laufen zu lassen.

Vollgepumpt mit Selbstvertrauen wird Franz am Start stehen. Der Kärntner könnte der erste Österreicher seit Reichelt 2015 (Garmisch-Partenkirchen und Kvitfjell) werden, der zwei Abfahrten en suite gewinnt. Der zusätzliche Linksschwung an der Hausbergkante passt für ihn. „Du nimmst ein bisschen den Speed raus, es ist so auch schnell genug“, sagte der 27-Jährige. Olympiasieger Mayer war Donnerstag mit seinem Abschlusstraining nicht ganz zufrieden, hat aber ein starkes erstes runtergebracht. Und außerdem den Super-G am Freitag gewonnen. Eine bessere Moralinjektion gibt es wohl nicht ... (APA)

Für Sie im Bezirk Kitzbühel unterwegs:

Theresa Aigner

Theresa Aigner

+4350403 2117

Michael Mader

Michael Mader

+4350403 3050

Harald Angerer

Harald Angerer

+4350403 2059