Ski alpin: Innerhofer: „Nicht einmal selber mit mir gerechnet“

Kitzbühel (APA) - Christof Innerhofer hat sich mit dem zweiten Platz im Kitzbühel-Super-G selbst überrascht. Nach einem Sturz in Santa Cater...

Kitzbühel (APA) - Christof Innerhofer hat sich mit dem zweiten Platz im Kitzbühel-Super-G selbst überrascht. Nach einem Sturz in Santa Caterina musste der Südtiroler drei Wochen fast durchgehend auf das Training verzichten und verpasste auch die Wengen-Woche. „Never stop believing“ sei Innerhofers Motto in dieser schwierigen Zeit gewesen, die von Schmerzen und Zweifel geprägt waren.

„Man versucht immer, das Beste zu geben und zurückzukommen, schnell zurückzukommen und schnell Ski zu fahren. Leider gelingt das nicht allen. Mir ist das sehr gut gelungen“, sagte Innerhofer nach seinem ersten Podestplatz seit dem Super-G in Jeongseon am 7. Februar des Vorjahres. Auch in Südkorea stand kein Norweger auf dem Podest, sondern wie am Freitag in Kitzbühel ein Italiener, ein Schweizer und ein Österreicher: Carlo Janka gewann damals vor Innerhofer und Vincent Kriechmayr.

Diesmal war Innerhofer hinter Sieger Matthias Mayer und vor Beat Feuz Zweiter - total unverhofft, wie er sagte. „Normalerweise denke ich hier sehr viel über die Linie nach, wie man am besten fahren muss, heute habe ich an nichts gedacht. Ich war einfach nur glücklich, das Rennen fahren zu können“, gestand Innerhofer. „Wie Beat gesagt hat, er hätte nicht mir gerechnet. Ich glaube, ich habe nicht einmal selber mit mir gerechnet.“

Innerhofer hatte vor der Kitzbühel-Woche eine lange Pause einlegen müssen, da es ihn im Kombi-Super-G in Santa Caterina vor dem Jahreswechsel böse erwischt hatte: Der 32-Jährige trug eine Prellung des Schienbeinkopfes davon, dazu einen Muskelfaserriss in der linken Wade. „Ich konnte den Fuß nur bedingt belasten, an ein normales Training war nicht zu denken“, erzählte Innerhofer.

„Die letzten drei Wochen war es nicht einfach, zu Hause zu sitzen und den anderen beim Skifahren zuzuschauen und nicht zu wissen, wann man zurück sein wird“, führte der 32-Jährige weiter aus. Seine Teilnahme an den Lauberhorn-Rennen in Wengen sagte er ab. „Da habe ich nicht nur Knieschmerzen gehabt, sondern auch Herzschmerzen, weil es eine von meinen Lieblingspisten ist.“

Vor dem Saisonstart hatte Innerhofer von einer durchwegs gelungenen Vorbereitung berichtet. Der Speed-Saisonstart in Gröden klappte zwar mit den Rängen 10 und 13 nicht nach Wunsch, allerdings bevorzugt Innerhofer grundsätzlich andere Verhältnisse als dort. Nach Santa Caterina war er mit großen Hoffnungen gereist, musste diese aber schnell begraben.

Nach Kitzbühel sei er mit „mit gemischten Gefühlen“ gefahren. „Einerseits Freude, dass ich da bin, und irgendwie ein ungutes Gefühl, weil es eine zache Abfahrt ist und ich nicht gewusst habe, ob ich das gut derpacke. Aber zum Glück habe ich es gut derpackt“, erläuterte Innerhofer, der vor dem Start wie schon häufig ein Schmerzmittel einnahm. Sein Knie war dick mit Tapeverband umwickelt.

Trotzdem oder gerade deswegen ist Innerhofer ein Draufgänger, der schwierige Bedingungen liebt. Die Streif sei heuer ganz nach seinem Geschmack - eisig, selektiv, brutal. „Das können sie jedes Jahr machen, aber nicht nur hier in Kitzbühel. Alle können sie daher kommen und schauen, wie sie das da in Kitzbühel machen.“

Die Kritik an der Kurssetzung wollte Innerhofer nicht unterschreiben. „Man hat schon gewusst, dass es wirklich schnell wird, dass du den Ski ab der Hausbergkante brutal gehen lassen musst“, sagte er. „Die Geschwindigkeit war hoch, aber ich glaube, das passt hier gut dazu zu Kitzbühel. Uns hat es auch Spaß gemacht, und wenn es einem Spaß macht, dann ist man schnell.“