Trump-Inauguration - May: Trump erkennt die Bedeutung der NATO an
Washington (APA/AFP) - Die britische Premierministerin Theresa May geht nach eigener Aussage davon aus, dass der neue US-Präsident Donald Tr...
Washington (APA/AFP) - Die britische Premierministerin Theresa May geht nach eigener Aussage davon aus, dass der neue US-Präsident Donald Trump trotz seiner kritischen Äußerungen die Zusammenarbeit in der NATO pflegen wird. Trump „erkennt die Wichtigkeit und die Bedeutung der NATO an“, sagte May in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der „Financial Times“.
„Ich bin auch zuversichtlich, dass die USA die Bedeutung der Zusammenarbeit anerkennen werden, die wir in Europa haben, um unsere kollektive Verteidigung und kollektive Sicherheit sicherzustellen“, fügte die konservative Premierministerin hinzu. May will Trump nach Angaben ihres Sprechers im Frühjahr einen Besuch abstatten. Laut „Financial Times“ könnte sie schon nächsten Monat nach Washington reisen.
Trump hatte zu Wochenbeginn in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung und der britischen „Times“ gesagt, die NATO sei „obsolet“, weil sie „vor vielen, vielen Jahren entworfen“ worden sei und „sich nicht um den Terrorismus gekümmert“ habe. Wie schon im Wahlkampf beklagte Trump, dass nicht alle NATO-Länder angemessen in ihre Verteidigung investierten. Dies sei „unfair“ gegenüber den USA. „Abgesehen davon ist mir die NATO aber sehr wichtig“, hatte Trump in dem Interview hinzugefügt.
Auch der kanadische Premierminister Justin Trudeau beschwor die Sicherheitspartnerschaft mit den USA. „Kanada und die USA haben eine der engsten Beziehungen der Welt zwischen zwei Ländern aufgebaut“, erklärte Trudeau am Freitag anlässlich von Trumps Amtseinführung. „Diese beständige Partnerschaft ist wesentlich für unseren gemeinsamen Wohlstand und unsere gemeinsame Sicherheit.“
Trudeau hob hervor, genau wie Trump wolle er „eine Wirtschaft aufbauen, in der die Mittelschicht und diejenigen, die hart arbeiten, um zu ihr zu gehören, eine echte Chance auf Erfolg haben“. Trudeau hatte vorige Woche mit Chrystia Freeland eine Politikerin zu seiner Außenministerin gemacht, die wie Trump Nachteile durch die Globalisierung für die heimischen Arbeiter befürchtet. Freeland und der kanadische Verteidigungsminister waren zu Trumps Amtseinführung nach Washington gereist.
Im Wahlkampf hatte Trump angekündigt, dass er das Freihandelsabkommen NAFTA mit Kanada und Mexiko neu verhandeln will. In seiner Antrittsrede sagte er, von jetzt komme „Amerika zuerst“. „Kauft amerikanisch, stellt amerikanisch ein“, rief er die Bürger auf. In einer am Freitag auf der Website des Weißen Hauses veröffentlichten Erklärung bekräftigte Trump, dass er NAFTA neu verhandeln oder das Abkommen aufkündigen will.