Gefährder in Berliner Moscheeverein „Fussilet 33“ verhaftet

Berlin (APA/AFP) - In einer als Salafistentreffpunkt geltenden Berliner Moschee ist am Freitagabend ein islamistischer Gefährder nach einem ...

Berlin (APA/AFP) - In einer als Salafistentreffpunkt geltenden Berliner Moschee ist am Freitagabend ein islamistischer Gefährder nach einem tätlichen Angriff auf einen Angehörigen verhaftet worden. Der 24-Jährige stehe im dringenden Verdacht, am Donnerstagabend einen Angehörigen in der gemeinsamen Wohnung geschlagen zu haben, teilte die Berliner Polizei mit.

Motiv soll ein Verhalten des Familienangehörigen gewesen sein, dass der islamistischen Weltanschauung des Verhafteten widersprach. Da der als islamistischer Gefährder eingestufte Beschuldigte wegen versuchten Totschlags mit einer Reststrafe noch auf Bewährung war, wurde auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Berlin Haftbefehl erlassen. Beamte des Berliner Landeskriminalamtes nahmen den Beschuldigten in einer Moschee in der Perleberger Straße in Haft. Dabei handelt es sich um den Moscheeverein „Fussilet 33“ im Stadtteil Moabit. Gegen den Beschuldigten wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Der Tunesier Anis Amri, der am 19. Dezember bei einem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche zwölf Menschen getötet hatte, soll vor seiner Tat den Moscheeverein „Fussilet 33“ in Moabit besucht haben.

Vorsitzender von „Fussilet 33“ war laut aktuellem Jahresbericht des Berliner Verfassungsschutzes der selbst ernannte „Anführer“ oder „Emir“ Ismet D., der in Moabit durch seinen Islamunterricht Muslime - meist Türken und Kaukasier - für den Jihad in Syrien radikalisiert haben soll. Bereits im Jänner 2015 ging die Polizei mit Durchsuchungen gegen den Moscheeverein und seine Funktionsträger vor. D. und einem Mitangeklagten wird seit Jänner vergangenen Jahres vor dem Berliner Kammergericht der Prozess gemacht.