Von Kampfansagen und Populismus: Kommentare zu Trumps Antrittsrede

Washington (APA/dpa) - Kampfansage, Drohung, Unanständigkeitserklärung: Die Kommentatoren vielen Online-Medien bewerten Donald Trumps Antrit...

Washington (APA/dpa) - Kampfansage, Drohung, Unanständigkeitserklärung: Die Kommentatoren vielen Online-Medien bewerten Donald Trumps Antrittsrede mit klaren Worten. In den Analysen im Mittelpunkt steht die Ansage des neuen US-Präsidenten, alles unter das Motto „Amerika zuerst“ zu stellen.

Viele Online-Medien haben den Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump mit sorgenvollen Kommentaren gewürdigt.

Für „Spiegel Online“ war die Antrittsrede eine „Unanständigkeitserklärung“ - und das Portal aus Hamburg kommentierte: „Dieser Präsident wird keine Kompromisse machen.“

Die Antrittsrede sei „in gewisser Weise ein Trump auf Steroiden“ gewesen, schrieb „Die Welt“ aus Berlin auf der Seite welt.de. Die Ansprache habe gezeigt, „dass Trump die populistischen Parolen seines Wahlkampfes nicht hinter sich lassen würde“.

Und faz.net, das Portal aus dem Verlag der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, sah in der Rede „eine einzige Kampfansage, wie man das bei diesem Anlass noch nicht gehört hatte: an das „Establishment“, an Washington, die Globalisierung und an alle, die das amerikanische Volk „aussaugen“.“ Unter dem Präsidenten Trump würde die USA „ein anderes Amerika sein“.

Trumps Ansage, Politik nach der Devise „America first“ gestalten zu wollen, stieß auch in Medien in anderen Ländern auf Besorgnis - zum Beispiel in Spanien. „Trump debütiert mit einer Warnung an die Welt: Ich werde nur an Amerika denken“, schrieb das Internetportal „El Confidencial“. Und „La Vanguardia“ aus Barcelona sprach von einer der „radikalsten Antrittsreden, an die man sich erinnern kann.“

Die „Neue Zürcher Zeitung“ aus der Schweiz befand: „Auch in den Fussstapfen von Grössen wie George Washington, Abraham Lincoln und Franklin Roosevelt führt sich der Gewählte wie ein Halbstarker auf.“ Mit Trumps Wahl hätten sie die Amerikaner „auf ein riskantes Experiment eingelassen - ein Experiment, dessen Scheitern sie teuer bezahlen könnten.“

Auch die Online-Medien in den USA griffen in ihren Schlagzeilen nicht zuletzt die „America zuerst“-Ankündigung auf. „Trump zeichnet ein dunkles Amerika, das nur er retten kann“, schrieb das Portal Politico nach der Antrittsrede. „Trump ist vereidigt und schwört „amerikanisches Gemetzel“ zu beenden“, lautete die Überschrift auf der Webseite der „Washington Post“ am Freitagnachmittag (Ortszeit). Und beim Sender Fox News hieß es: „Präsident Trump übernimmt Amt und schwört Wohlstand wiederherzustellen und für das Land zu kämpfen“.