Lawine verschüttete Hotel - Pausenlose Suche nach Vermissten
Rom (APA) - Die Rettungsmannschaften waren die ganze Nacht im Einsatz, um weitere Überlebende aus den Trümmern des von einer Schneelawine ve...
Rom (APA) - Die Rettungsmannschaften waren die ganze Nacht im Einsatz, um weitere Überlebende aus den Trümmern des von einer Schneelawine verschütteten Hotels Rigopiano im italienischen Erdbebengebiet zu holen. Ein weiterer Mann wurde verletzt geborgen. Insgesamt wurden damit seit Freitag neun Menschen lebend aus dem Schnee und den Trümmern des Hotels gerettet worden - darunter vier vermisste Kinder.
Mindestens ein weiterer Überlebender wurde von den Rettungskräften lokalisiert, muss aber noch geborgen werden. Die gesamte Familie des 38-jährigen Kochs Giampiero Parete, der als erster am Mittwoch Alarm geschlagen hatte, wurde gerettet. Er hatte in seinem Auto auf die Retter gewartet, während er um seine verschüttete Familie bangte. Seine Frau und seine beiden Kinder im Alter von sechs und acht Jahren konnten aus den Trümmern geholt werden und befinden sich im Krankenhaus der Adria-Stadt Pescara. Sie seien wohlauf, berichteten italienische Medien. Fünf Personen sind tot, berichteten die Behörden, darunter zwei Kellner des Restaurants und eine Frau. Bisher konnten aber noch nicht alle Leichen geborgen werden.
Wieviele weitere Menschen unter den Schneemassen und Trümmern noch vermisst werden, ist unklar. Medien berichteten von rund 20 Vermissten. 135 Retter stehen weiter am Unglücksort im Einsatz. Sie arbeiteten auf der Suche nach weiteren Überlebenden gegen die Zeit. Es bestehe hohe Lawinengefahr in der Gegend, hieß es. Lawinenexperten sind im Einsatz, um die Gefährlichkeit der Lage zu prüfen. Das Militär machte unterdessen die Straßen zum Hotel wieder befahrbar.
Die Lawine war am Tag einer schweren Erdbebenserie am Mittwoch abgegangen, die die Region im Schneechaos traf. Mittelitalien wird seit August immer wieder von starken Erdbeben heimgesucht. 30 Millionen Euro Notstandshilfe stellte Italiens Regierung unter Paolo Gentiloni am Freitag für Hilfsmaßnahmen nach der Erdbebenserie am Mittwoch und den schweren Schneefällen in vier mittelitalienischen Regionen (Abruzzen, Marken, Umbrien und Latium) zur Verfügung. Der Betrag fließt in den Fonds für nationale Notstandssituationen, der nach dem Erdbeben in Amatrice im August eingerichtet worden war, teilte der Ministerrat mit.