Petry fordert bei Populisten-Kongress „geistig-moralische Wende“

Koblenz (APA/dpa) - Die Vorsitzende der rechtspopulistischen deutschen AfD Frauke Petry hat der Regierung in Berlin und den EU-Behörden vorg...

Koblenz (APA/dpa) - Die Vorsitzende der rechtspopulistischen deutschen AfD Frauke Petry hat der Regierung in Berlin und den EU-Behörden vorgeworfen, die Bürger einer „Gehirnwäsche“ zu unterziehen. Auch durch diese Art der Manipulation seien die Freiheit des Individuums und die kulturellen Errungenschaften der europäischen Staaten bedroht, so Petry am Samstag bei dem Kongress europäischer Rechtspopulisten in Koblenz.

„Die heutige Gehirnwäsche - Nudging - ist viel smarter als die einstige sozialistische Propaganda“, fügte die ehemalige DDR-Bürgerin Petry hinzu. Technokraten und „Sozial-Ingenieure“ würden behaupten, es sei ewiggestrig und unmodern, an seinen Sitten und Traditionen festzuhalten, „zumindest wenn man ein weißer Europäer ist“, sagte die Parteichefin unter dem Jubel der rund 1.000 Anwesenden. Sie forderte eine „geistig-moralische Wende“.

„Nudging“ (engl. für „Anstupsen“) ist eine Strategie aus der Verhaltensforschung. Dabei wird versucht, Menschen ohne Verbote, aber mit sanften Hinweisen zu einem „vernünftigeren“ Verhalten zu bewegen.

Der Chef der ausländerfeindlichen italienischen Lega Nord, Matteo Salvini, forderte ein schnelles Ende des Euro. „Je eher wir aus dem Euro austreten, desto besser für alle“, so Salvini. Die europäische Gemeinschaftswährung bezeichnete er als „gescheitertes, kriminelles Experiment“. Der Erfolg der AfD zeige, dass das bisherige Wirtschaftsmodell auch für große Teile der Deutschen kontraproduktiv geworden sei.

Zugleich kritisierte Salvini die italienische Flüchtlingspolitik. „Es gibt tausende Italiener ohne Häuser, Strom und Heizung, und in diesem Augenblick leben tausende Immigranten in den Hotels. Das ist keine Solidarität, das ist Wahnsinn“, sagte er mit Blick auf die Erdbeben- und Schneekatastrophe in Mittelitalien.

Der europäischen Politik warf Salvini vor, mit der Aufnahme von Flüchtlingen Terror und Islamisierung zu fördern. „Jemand muss unsere Leute vor dem islamischen Terrorismus schützen, der die für die Politik der Europäischen Union und Frau Merkel nützliche Masseneinwanderung benutzt, um zu behaupten, dass Europa ihnen gehört. Europa ist nicht islamisch. Europa ist unser Haus“, sagte Salvini, dessen Partei in Umfragen in Italien bei ungefähr 15 Prozent rangiert. „Ein neues Europa ist möglich“, sagte Salvini auf Deutsch. „Bye Bye Angela Merkel and Good Luck Frauke Petry“, fügte er hinzu.