Reaktionen der Politik auf Trumps Amtsantritt

Washington (APA/dpa) - Im Gegensatz zu vielen Medien ihrer Länder geben sich die Politiker zum Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Donald T...

Washington (APA/dpa) - Im Gegensatz zu vielen Medien ihrer Länder geben sich die Politiker zum Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump diplomatisch. Und hoffen auf gute Zusammenarbeit.

Zurückhaltung und höfliche Worte - Politiker weltweit äußern sich am Samstag zum Amtsantritt von Donald Trump als neuer US-Präsident:

ANGELA MERKEL (Deutschland) - Die deutsche Bundeskanzlerin mahnte einen Umgang mit Respekt auf der Basis gemeinsamer Werte an. „Das transatlantische Verhältnis wird nicht weniger wichtig in den nächsten Jahren als es in der Vergangenheit war. Dafür werde ich arbeiten“, sagte sie am Samstag bei einer Klausur der baden-württembergischen CDU in Schöntal. Trump habe in seiner Antrittsrede noch einmal seine Überzeugungen deutlich gemacht, sagte Merkel. Nun werde es allen am besten gehen, wenn es ein gemeinsames Agieren auf der Basis gemeinsamer Werte gebe. Das gelte für die internationale Wirtschaftsordnung und den Handel ebenso wie die Verteidigung.

SHINZO ABE (Japan) - Japans Regierungschef gratulierte Trump „von Herzen“ und freute sich auf Zusammenarbeit, um „Frieden und Wohlstand der Asien-Pazifik Region sicherzustellen und verschiedene Herausforderungen, denen sich die internationale Gemeinschaft gegenübersieht, anzugehen“. Er freue sich darauf, die „standhafte Beziehung zwischen Japan und den Vereinigten Staaten weiter zu stärken“, basierend auf der Beziehung von Vertrauen zwischen uns“, schrieb Abe an Trump. Er wünsche ihm „großen Erfolg“.

THERESA MAY (Großbritannien) - Sie will bei ihrem ersten Treffen mit Trump die Bedeutung von NATO und Europäischer Union hervorheben. Sie sei überzeugt, dass Trump die Wichtigkeit und den Stellenwert der NATO anerkennen werde, sagte Premierministerin May der „Financial Times“ (Samstag). Sie sei auch zuversichtlich, dass die USA die Bedeutung der Zusammenarbeit in Europa verstehen werden.

MAHMUD ABBAS (Präsident Palästinensische Autonomiegebiete) - „Ich gratuliere dem US-Präsidenten Donald Trump und freue mich darauf, mit ihm zu arbeiten für Frieden, Sicherheit und Stabilität, in einer unruhigen Welt und in einer Region in tragischem Zustand.“

ERNA SOLBERG (Norwegen) - „In vielen Bereichen wissen wir nicht, welche Politik er anstreben wird“, sagte die norwegische Regierungschefin. „Das macht das aufregend und unsicher“, meinte sie doch sei dies auch früher der Fall gewesen, wenn ein neuer Präsident einer anderen Partei an die Macht gekommen sei. „Norwegen muss mit dem US-Präsidenten zusammenarbeiten, egal, wer es ist.“

LARS LOKKE RASMUSSEN (Dänemark) - Twitterbotschaft: „Gratulation @realDonaldTrump. Ich wünsche Ihnen das Beste zu Ihrer Präsidentschaft. Hoffentlich können wir die transatlantischen Bande stark halten.“ In einem Schreiben an Trump zeigt sich Ministerpräsident überzeugt, dass die „tiefe und warme Freundschaft“ beider Länder „weiter blühen wird“.

ABDULLAH ABDULLAH (geschäftsführender Regierungschef Afghanistans) - „Die USA standen ander Spitze der Bemühungen um Entwicklung, Stabilität, humanitäre Unterstützung und Sicherheit in Afghanistan. Ich habe Präsident Trumps Video-Botschaft an die amerikanischen Soldaten in Bagram gesehen, in der er seine Unterstützung erklärt. Ich bin sicher, dass diese Zusammenarbeit auch in allen anderen Bereichen fortgesetzt wird.“

SALMAN BIN ABDELASIS AL-SAUD (König von Saudi-Arabien) - würdigte in einem Glückwunschtelegramm die „historischen engen Bindungen zweier befreundeter Länder“, und bekräftigte die Bereitschaft, diese weiter zu vertiefen, „in Einklang mit einer gemeinsamen strategischen Vision im Interesse beider Länder und Völker“.

RECHTSPOPULISTEN - beim Europa-Treffen in Koblenz. Marine Le Pen (Frankreich) meinte, einige der Punkte, die Trump in seiner ersten Rede als Präsident angesprochen habe, zeigten Gemeinsamkeiten „mit dem, was wir sagen“. Geert Wilders (Niederlande) sprach von einem „patriotischen Frühling“. Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry erklärte, in den USA habe Trump „einen Weg aus einer Sackgasse“ gewiesen.