Ungarn: Flüchtlinge verließen Körmend
Szombathely (APA) - Flüchtlingen haben die nahe an der österreichischen Grenze liegende ungarische Stadt Körmend verlassen. Das bestätigte a...
Szombathely (APA) - Flüchtlingen haben die nahe an der österreichischen Grenze liegende ungarische Stadt Körmend verlassen. Das bestätigte auf Anfrage von „Kathpress“ die Pressestelle der Diözese Szombathely (Steinamanger) und berief sich dabei auf den katholischen Pfarrer von Körmend, Zoltan Nemeth.
Dieser hatte in den vergangenen Wochen aufgrund katastrophaler Zustände im örtlichen ungeheizten Zeltlager Flüchtlinge auf Eigeninitiative im Pfarrhof aufgenommen. Entgegen den Widerständen vieler habe der Pfarrer damit laut Aussage von Mitarbeitern des Flüchtlingswerkes UNHCR Menschen vor dem Erfrieren bewahrt. Das Engagement des Pfarrers war Thema in ungarischen Medien und löste zahlreiche Reaktionen aus.
In einem jetzt von Pfarrer Nemeth verfassten Offenen Brief bedankte sich dieser bei Helfern und Unterstützern der Flüchtlingsinitiative. Im Hinblick auf die verbreiteten Vorbehalte in der Bevölkerung schrieb der Geistliche: „Ich hoffe, es kehrt auch Frieden in die Herzen jener ein, die nicht bereit waren, sich mit dieser Situation abzufinden.“ Den Flüchtlingen wünsche er, „sie mögen Sinn und Ziel ihres Lebens im Kreise der Gemeinschaften finden, egal wohin sie auch gelangen“.
Nemeth war kurz vor Weihnachten aktiv geworden, nachdem ihn ein Hilferuf aus dem Camp auf seinem Pfarrgebiet erreicht hatte.“Wir erfrieren! Bitte helfen Sie uns!“, so lautet die Botschaft an den Pfarrer damals. In der Folge nahm er in einem abgetrennten Teil seines Pfarrhauses acht junge Männer aus Afrika, dem Irak, Afghanistan und Kuba auf. Die Flüchtlinge musste einmal täglich ins Lager gehen, um sich wie vorgeschrieben zu melden und mit ihren Angehörigen zu Hause übers Internet zu kommunizieren. Gegenüber Medien erklärte der Pfarrer, er habe Gewissensbisse, weil er schon viel früher hätte handeln müssen.