Ex-Premier Valls gegen sechs Konkurrenten
Paris (APA/AFP) - Sieben Politiker treten bei der Präsidentschaftsvorwahl der französischen Sozialisten an. Ex-Premier Manuel Valls kann lau...
Paris (APA/AFP) - Sieben Politiker treten bei der Präsidentschaftsvorwahl der französischen Sozialisten an. Ex-Premier Manuel Valls kann laut Umfragen in der ersten Runde auf einen Sieg hoffen, aber auch zwei frühere Minister rechnen sich gute Chancen aus:
Wie läuft die Vorwahl ab?
Es gibt zwei Wahlrunden. Bei der ersten am Sonntag werden von den sieben Anwärtern die beiden mit den meisten Stimmen ermittelt. Landesweit gibt es rund 7.530 Wahllokale, die bis 19.00 Uhr geöffnet sind. Die beiden bestplatzierten Anwärter kommen in die Stichwahl am kommenden Sonntag. Der Sieger dieser zweiten Runde wird Präsidentschaftskandidat.
Wer tritt bei der Vorwahl der Sozialisten an?
Als Favorit beim ersten Wahlgang gilt der frühere Premierminister Manuel Valls. Laut einigen Umfragen könnte der 54-Jährige aber in der zweiten Runde geschlagen werden - entweder vom früheren Wirtschafts- und Industrieminister Arnaud Montebourg oder vom ehemaligen Bildungsminister Benoit Hamon. Der 54-jährige Montebourg und der 49 Jahre alte Hamon werden dem linken Lager der Sozialisten zugerechnet, Valls dem reform- und wirtschaftsorientierten rechten Lager.
Alle anderen Anwärter gelten als Außenseiter, darunter Ex-Bildungsminister Vincent Peillon, der Grünen-Politiker Francois de Rugy sowie Jean-Luc Bennahmias von der Demokratischen Front. Als einzige Frau geht die frühere Wohnungsministerin Sylvia Pinel ins Rennen, die der Mitte-Links-Partei PRG vorsteht.
Warum tritt Amtsinhaber Francois Hollande nicht an?
Mit seinem Anfang Dezember erklärten Verzicht sorgte Hollande für Aufsehen: Der sozialistische Präsident ist der erste in der Geschichte der Fünften Republik, der nicht zur Wiederwahl antritt. Hollande hatte angesichts eines schwachen Wirtschaftswachstums und einer Rekordarbeitslosigkeit so schlechte Umfragewerte, dass Valls ihn zum Verzicht drängte.
Wer kann abstimmen?
Jeder französische Staatsbürger, der im Wählerverzeichnis eingetragen ist. Die Teilnehmer müssen ein Dokument unterschreiben, wonach sie die Werte der Linken und Grünen teilen. Zudem müssen sie pro Vorwahlrunde einen Euro für die Organisation zahlen. Im Ausland lebende Franzosen können elektronisch abstimmen.
Sozialisten-Parteichef Jean-Christophe Cambadelis rechnet mit rund 1,5 Millionen Teilnehmern bei der Vorwahl. Die Konservativen konnten im November mehr als vier Millionen Menschen für die erste Wahlrunde mobilisieren, also fast drei Mal so viele.
Was ist das Problem bei der Vorwahl?
Zwei chancenreiche Präsidentschaftkandidaten aus dem linken Lager beteiligen sich erst gar nicht daran: der frühere Wirtschaftsminister Emmanuel Macron, der als Sozialliberaler gilt, und der Linkspolitiker Jean-Luc Melenchon.
Beide könnten dem Kandidaten der Sozialisten in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am 23. April ernsthaft Konkurrenz machen - und damit die Chancen der Linken insgesamt schmälern, in der zweiten Runde der Wahl am 7. Mai vertreten zu sein. Dort wird laut Umfragen mit einem Duell zwischen dem Konservativen Francois Fillon und der Chefin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, gerechnet.