Elefantenjagd in Rosarot
Innsbruck – Genforscher Roux hat einen kleinen Elefanten geschaffen, der wie ein rosa Glühwürmchen leuchtet. Das Mini-Tier soll als lebendes...
Innsbruck –Genforscher Roux hat einen kleinen Elefanten geschaffen, der wie ein rosa Glühwürmchen leuchtet. Das Mini-Tier soll als lebendes Spielzeug Einzug in die Kinderzimmer halten und Roux zu Weltruhm als Wissenschafter und zu Vermögen verhelfen. Doch zwei Tierärzte mit Gewissen, Elefantenflüsterer Kaung und der Obdachlose Schoch sehen in „Barisha“ (Hindi-Wort für Regen) ein heiliges Wesen, das nicht in die Hände der Gentechnikindustrie fallen darf.
Nun beginnt der Wettlauf um seine Rettung. Auch wenn Martin Suters Elefäntchen die Herzen der Leser erobert, bleibt die Geschichte in ihrer Gesamtheit flau. Gegenwartsthemen wie Genmanipulation und soziale Randgruppen werden nur häppchenweise und oberflächlich abgehandelt. Einzig in den Liebesszenen und in den Gesprächen in der Obdachlosenszene gelingt es dem Schweizer Bestsellerautor („Small World“), seinen Figuren und der Story etwas Tiefe und Lebendigkeit mit auf den Weg zu geben. Gegen die scheinbar nie enden wollende Elefantenjagd behaupten können sie sich aber trotzdem nicht. Zum mitreißenden Thriller, wie er angekündigt wurde, taugt „Elefant“ leider nicht. (wa)
Roman Martin Suter. Elefant. Diogenes, 347 Seiten, 24,70 Euro. Als Hörbuch gelesen von Gert Heidenreich, 6 CDs, 7 Stunden 48 Minuten, 29,90 Euro.