Für Bürgerrechte, gegen Krieg: Großdemonstrationen in Washington
Washington (APA/dpa) - Nach Schätzungen von Medien versammelten sich in Washington am Samstag mindestens 500.000 Menschen, um gegen US-Präsi...
Washington (APA/dpa) - Nach Schätzungen von Medien versammelten sich in Washington am Samstag mindestens 500.000 Menschen, um gegen US-Präsident Trump zu demonstrieren. Die US-Hauptstadt war schon mehrmals Schauplatz von Großkundgebungen:
BÜRGERRECHTE DER AFROERIKANER: Beim „Marsch auf Washington“ begeistert der Bürgerrechtler Martin Luther King am 28. August 1963 rund 250.000 Gegner der Rassentrennung mit seinen legendär gewordenen Worten „I have a dream“ (Ich habe einen Traum). Die bis dahin größte Kundgebung in Washington fordert unter anderem ein umfassendes Bürgerrechtsgesetz. Auch am 16. Oktober 1995 gehen Afroamerikaner für ihre Rechte auf die Straße: Trotz des umstrittenen muslimischen Organisators Louis Farrakhan, Chef der radikal-islamischen „Nation of Islam“, finden sich nach Angaben der Veranstalter mindestens 1,5 Millionen Männer zum „Million Man March“ ein. Die Polizei schätzt die Zahl auf 400.000.
KRIEG: Zur wohl größten Anti-Kriegs-Kundgebung in der US-Geschichte versammeln sich am 15. November 1969 rund 600.000 Menschen in der Hauptstadt, um gegen den Vietnamkrieg zu demonstrieren. Der US-Einsatz gegen den Irak unter Präsident George W. Bush bringt mehrmals Hunderttausende auf die Straße - allein am 18. Jänner 2003 nach damaligen Angaben der Organisatoren bis zu 500.000.
FRAUENRECHTE: Für die Rechte der Frauen demonstrieren am 25. April 2004 laut Organisatoren rund eine Million Teilnehmer. Anlass sind unter anderem Bestrebungen der Regierung von George W. Bush, das Abtreibungsrecht einzuschränken. Auf der anderen Seite treffen sich Abtreibungsgegner seit 1974 jährlich im Jänner zum „March for Life“ - in den vergangenen Jahren wurden dabei Hunderttausende mobilisiert.
HOMOSEXUELLE: Für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transsexuellen gehen am 25. April 1993 zwischen 300.000 (Polizei) und einer Million (Veranstalter) Menschen auf die Straße. Sie setzen darauf, dass Präsident Bill Clinton die sexuelle Orientierung als Grundrecht gegen Diskriminierung schützt. Am 30. April 2000 fordern nach Veranstalterangaben mehr als 300.000 Menschen die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit Paaren verschiedenen Geschlechts.
POPULISMUS: Nach einem Kongress-Wahlkampf voller Absurditäten drücken die TV-Satiriker Jon Stewart und Stephen Colbert ihren Unmut über Populismus, Angstmacherei und die Verdrehung der Wahrheit in Politik und Medien aus. Geschätzt 200.000 Menschen erscheinen am 30. Oktober 2010 zu ihrer Großkundgebung „zur Wiederherstellung der Vernunft“.