Biathlon: IBU 2 - Athleten fordern Handeln in „größter Krise“

Antholz (APA/dpa) - Wohl auch deshalb, weil die Athleten ihrem Unmut über die IBU-Vorstandsbeschlüsse am Samstagabend erneut Luft machten, b...

Antholz (APA/dpa) - Wohl auch deshalb, weil die Athleten ihrem Unmut über die IBU-Vorstandsbeschlüsse am Samstagabend erneut Luft machten, besann sich der Weltverband über Nacht eines Besseren. „Es ist vielleicht die größte Krise in unserem Sport, und die IBU muss jetzt handeln, noch vor der WM“, forderte etwa der US-Amerikaner Lowell Bailey.

„Wir wollen jetzt Änderungen, die uns saubere Wettkämpfe garantieren. Und nicht erst in zwei Jahren, sondern morgen, im nächsten Rennen. Sonst verliert unser Sport seine Glaubwürdigkeit“, so Bailey. Athletensprecher Ole Einar Björndalen meinte: „Ich finde es schwer, noch eineinhalb Jahre auf eine IBU-Entscheidung zu warten.“ Frankreichs Superstar Martin Fourcade, einer der Wortführer im Anti-Dopingkampf, war nach der Sitzung des IBU-Vorstands noch frustriert und mit einem ironischen Kommentar an den wartenden Journalisten vorbeigestapft.

In der Vorwoche hatten 170 Biathleten in einem Brief die Erhöhung der Dopingsperren auf acht Jahre, den Entzug von Startplätzen und die Erhöhung von Geldstrafen auf bis zu eine Million Euro gefordert. Wie andere Sportverbände auch scheint die IBU aber in der Zwickmühle zu stecken. Denn positive Dopingproben der mutmaßlich involvierten russischen Athleten gibt es nicht. Die Proben von den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi sollen mit Hilfe des russischen Geheimdienstes ausgetauscht oder manipuliert worden sein.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und das Internationale Olympische Komitee (IOC) gaben die Aufarbeitung dessen an die Fachverbände ab, obwohl diese in Sotschi gar nicht für die Dopingproben zuständig gewesen waren.