Malerische Suche nach sich selbst
Menschenbilder und Selbstdarstellungen von Irene Dapunt im artdepot.
Innsbruck –Nach rund 30 Jahren in Wien, wo sie unter anderem bei Oswald Oberhuber und Ernst Caramelle studiert hat, ist Irene Dapunt wieder nach Tirol zurückgekehrt. Um sich mitten in Innsbruck eine Wohnung zu nehmen, aus deren Fenstern sie von oben das Treiben unten beobachtet.
Raffiniert als Mischung aus Zeichnung und Malerei festgehalten auf großformatigen chinesischen Papieren. Auf zartrosa oder kräftig roten genauso wie blass gelben oder dunkelblauen. Die fast als so etwas wie überdimensionale Passepartouts für die eigentlichen kleinen Bildchen daherkommen, die wie Inseln die Mitte der Blätter besetzen.
Bevölkert von Menschlein, die weit entfernt von der Malerin dahinwuseln, untergehend in einer diffusen Masse, die bisweilen fast zum Muster wird. Der Mensch spielt generell die zentrale Rolle in Dapunts Kunst, sehr oft sie selbst. Auch in dem großen Bild, das die 53-Jährige „Coming home“ nennt. Ihre Figur bzw. ihr Gesicht taucht da in diversen Varianten auf, collagiert zum plakativen Puzzle einer nach sich selbst Suchenden, getrieben von der Frage, wie es weitergehen soll.
Poetischer geht Dapunt an dieses existenzielle Thema in ihren „Selbstdarstellungen“ heran. Angelegt als hintergründige Bildgeschichten, in denen es keinen Anfang und kein Ende gibt, zelebriert als Spiel mit Bild und Sprache, Kopf und Bauch. Dass sie eine gute Malerin ist, beweist Dapunt in drei kleinen Bildchen, die ganz ohne inhaltsschweren Balast allein im Jonglieren mit Farben und Formen funktionieren. (schlo)