Busunglück bei Verona - Heldenhafter Sportlehrer verlor Tochter
Verona (APA) - Der ungarische Sportlehrer György Vigh, der mehrere Schüler aus einem brennenden Bus auf der Autobahn A4 unweit von Verona re...
Verona (APA) - Der ungarische Sportlehrer György Vigh, der mehrere Schüler aus einem brennenden Bus auf der Autobahn A4 unweit von Verona rettete, hat bei dem Unglück seine 18-jährige Tochter verloren. Das Mädchen, das neben dem Vater schlief, wurde beim Aufprall des Busses gegen einen Brückenpfeiler unter einem Sitz eingeklemmt. Sie konnte nicht gerettet werden.
Vigh, der mit schweren Brandwunden im Krankenhaus von Borgo Trento nahe Verona eingeliefert wurde, bangt auch um seinen 30-jährigen Sohn Balasz. Der Mann befindet sich schwer verletzt im Koma im Spital. Die Frau des Sportlehrers konnte sich nach Angaben der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ retten.
Mehrere Schüler hat der Lehrer des Szinyei-Merse-Gymnasiums in Budapest aus dem brennenden Bus geholt. Er hatte seine Schüler im Alter von 14 bis 18 Jahren zu einem Skikurs in der französischen Alpenortschaft Puy-Saint Vincent begleitet. Auf der Heimreise hatte die Gruppe in Mailand kurz Rast gemacht, bevor sie die Reise nach Budapest fortsetzte.
Bei dem Unglück in der Nacht auf Samstag kamen 16 Menschen ums Leben. 26 Insassen - alle Ungarn - wurden verletzt. Zwölf von ihnen liegen in kritischem Zustand im Krankenhaus. Der Bus prallte aus noch ungeklärter Ursache auf der Autobahn nahe Verona gegen einen Brückenpfeiler. Der Bus fing Feuer und brannte aus. Einige Opfer wurden durch den Aufprall direkt aus dem Bus geschleudert und getötet. Andere Opfer verbrannten bei lebendigem Leibe im Inneren des Fahrzeugs.
Die Staatsanwaltschaft von Verona leitete eine Ermittlung wegen fahrlässiger Tötung ein. Da der Bus vollkommen ausgebrannt sei, gestalte sich die Untersuchung über die Unglücksursachen als problematisch. Ein technisches Problem oder menschliches Versagen wird angenommen.