Lawine verschüttete Hotel - Schwierige Suchaktion fortgesetzt

Farindola/Rom/Amatrice (APA) - In dem von einer Lawine verschütteten Hotel in Italien haben Helfer die Suche nach möglichen weiteren Überleb...

Farindola/Rom/Amatrice (APA) - In dem von einer Lawine verschütteten Hotel in Italien haben Helfer die Suche nach möglichen weiteren Überlebenden fortgesetzt. Dutzende Rettungskräfte waren auch am Sonntag an der Unglücksstelle im Einsatz. Aus dem unter Schneemassen begrabenen Hotel gab es jedoch seit mehr als 24 Stunden kein Lebenszeichen mehr.

Samstagfrüh hatten die Helfer vier weitere Überlebende gerettet. Damit wurden insgesamt neun Menschen lebend aus dem Inneren des Hotels, dass laut „Tiroler Tageszeitung“ zur Raiffeisen-Gruppe gehört, geborgen. Die Rettungsarbeiten wurden durch die Wetterbedingungen, Nebel und hohe Lawinengefahr erschwert. Hubschrauber hatten am Sonntag Probleme, den Unglücksort zu erreichen. Über die Hälfte des verschütteten Geländes sei nach Vermissten durchsucht worden.

Fünf Leichen wurden bis Sonntag geborgen und identifiziert. Zu ihnen zählen auch die Eltern des neun Jahre alten Edoardo Di Carlo, der das Unglück überlebt hat. „Wir Kinder haben uns gerettet, weil wir in einem Saal Billard spielten“, erzählte der Bub. In dem Saal wurden die meisten der elf Überlebenden gefunden. Zu den Toten zählte auch die Mutter eines weiteren Buben, der am Freitag lebend geborgen wurde, und zwei Kellner des Hotels.

Der Papst drückte beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz am Sonntag gegenüber der von einer Erdbebenserie und heftigen Schneefällen belasteten Bevölkerung in Mittelitalien seine Anteilnahme aus. Er bete für die Todesopfer des Lawinenunglücks in den Abruzzen und dankte ausdrücklich den Helfern.

Unterdessen blieben in den Regionen Abruzzen und Latium nach heftigen Schneefällen weiterhin Dutzende Gemeinden nach den heftigsten Schneefällen seit Jahrzehnten immer noch von der Umwelt abgeschnitten, viele Haushalte müssen seit Tagen ohne Strom auskommen. Zu Protesten kam es am Samstag vor dem Sitz des Zivilschutzes in der Stadt Rieti nahe Amatrice. Bürger forderten die Behörden auf, mehr für die Bauern und Viehzüchter in den Erdbebengemeinden Amatrice und Accumuli zu tun, die seit Tagen allein und unter äußerst schwierigen Umständen ihre Tiere versorgen müssen.

Die Bürger betonten, sie seien von den Behörden im Stich gelassen worden. Diese seien vollkommen unvorbereitet auf die Schneefälle gewesen, die von den Meteorologen schon vor Tagen angekündigt worden waren. Es fehle an Schneeräumern, Straßen seien seit Tagen unpassierbar.

Die Menschen in Mittelitalien werden seit August immer wieder von starken Erdbeben heimgesucht. Am Mittwoch trafen vier Erdstöße der Stärke über 5 die Region. Experten rechnen mit weiteren Beben.