Serbien-Kosovo: An Gesprächsrunde in Brüssel nehmen Präsidenten teil

Belgrad/Prishtina (Pristina)/Brüssel (APA) - Nach dem Zug-Streit zwischen Belgrad und Prishtina soll das nächste, für Dienstagabend in Brüss...

Belgrad/Prishtina (Pristina)/Brüssel (APA) - Nach dem Zug-Streit zwischen Belgrad und Prishtina soll das nächste, für Dienstagabend in Brüssel einberufene, Treffen im Rahmen des EU-vermittelten Normalisierungsdialogs auf höchster Ebene stattfinden. Wie Serbiens Premier Aleksandar Vucic am Sonntag ankündigte, wird ihn zum ersten Mal auch Staatschef Tomislav Nikolic begleiten.

Er erwarte, dass auch Prishtina durch seine Spitzenpolitiker vertreten sein werde, sagte Vucic. Gemeint sind Premier Isa Mustafa und Präsident Hashim Thachi. Es werde schwierige Gespräche geben, da die Standpunkte sehr konträr seien, es sei aber am Wichtigsten, einen eventuellen Waffeneinsatz und weiteres Säbelrasseln zu verhindern.

Die mit Prishtina nicht vereinbarte Zugfahrt stellte am vorletzten Samstag für die kosovarischen Behörden eine Provokation dar, auch wegen der Ausstattung des Zuges mit der Aufschrift „Kosovo ist Serbien“ in gut ein Dutzend Sprachen. Der Zug wurde schließlich unweit der Grenze zum Kosovo vom serbischen Premier gestoppt.

Zugleich beschuldigte Vucic am Sonntag die kosovarischen Behörden für den Einsatz im Nord-Kosovo der mit 17 gepanzerten Fahrzeugen und Waffen ausgestatteten Sonderpolizeieinheit Rosu, was seiner Ansicht nach einen Konflikt mit der lokalen serbischen Bevölkerung auslösen konnte.

Für die serbischen Behörden ist, wie Vucic nun erläuterte, auch die ethnische Zusammensetzung der kosovarischen Polizeieinheit strittig. Unter den Rosu-Angehörigen, die im Norden des Kosovo zum Einsatz gekommen waren, gab es demnach nämlich keine Serben. Dabei müsste der Vereinbarung zwischen Belgrad und Prishtina aus dem Jahre 2013 (Brüsseler Abkommen, Anm.) zufolge die Zusammensetzung der Polizeikräfte im Norden des Landes der ethnischen Struktur der dortigen Bevölkerung entsprechen, erklärte Vucic. Im Norden leben fast ausschließlich Serben.

Für weitere Spannungen zwischen Belgrad und Prishtina sorgte nach dem Zug-Streit auch Serbiens Präsident Nikolic, der mit einem Militäreinsatz im Kosovo drohte.